Weltwirtschaft

Globalisierung ist längst nicht nur ein Modewort, sondern Realität. Daher ist es für Anleger unerlässlich, über den „Tellerrand“ von Deutschland und Europa hinauszusehen und das globale Geschehen an den Kapitalmärkten, aber auch in der Wirtschaft zu verfolgen.

 

1.Was ist Globalisierung und wie entstand sie ?

Globalisierung bezeichnet die Entwicklung, dass die internationale Verflechtung in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Umwelt und anderen Bereichen zunimmt.

Die Globalisierung wurde durch folgende Trends ermöglicht:

  • Frieden zwischen wichtigen Ländern der Welt
  • Abbau von Zöllen
  • Abbau von Handelshemmnissen
  • Abbau von Devisenbeschränkungen
  • Liberalisierung des Kapitalverkehrs
  • Verbesserung der Transportwege und Standardisierung der Container
  • Verbessertes Bildungsniveau, insbesondere auch in Bezug auf Sprachkenntnisse
  • Lockerung von Visavorschriften
  • Verbesserung der Telekommunikation
  • Internet und Digitalisierung

 

2. Wirtschaftliche Auswirkungen der Globalisierung

  • Wachstum des internationalen Handels (siehe auch Außenhandel)
  • Zunahme der internationalen Arbeitsteilung
  • wirtschaftliche Fortschritte in den Schwellenländern
  • wachsende Direktinvestitionen von Unternehmen aus Industrieländern in Schwellenländern (und auch umgekehrt)
  • weltweite Diversifikation von Wertpapierportfolios (Aktien und Anleihen) bei vielen Investoren
  • Globalisierung der Finanzmärkte

 

3. Zunehmende Bedeutung der Schwellenländer

Globalisierung und die wirtschaftlichen Fortschritte der Schwellenländer sind untrennbar miteinander verbunden. Die meisten Schwellenländer begannen als Billiglohnländer und „Nachmacher“; einige sind inzwischen führend in gewissen technologisch anspruchsvollen Branchen. Andere Schwellenländer sind wichtige Rohstofflieferanten und sind bemüht, eine eigene Industrie aufzubauen.

Für Anleger ist es wichtig, die enorme Bedeutung der Schwellenänder in der Weltwirtschaft zu berücksichtigen, hier dargestellt am Bruttoinlandsprodukt:

 

Welt-BIP

Datenquelle: IWF

 

Es ist unschwer zu erkennen, dass der Anteil von China am Welt-BIP inzwischen größer ist als der der USA. Der hohe Anteil der Schwellenländer ist natürlich entstanden durch das hohe Wirtschaftswachstum der Schwellenländer in den letzten Jahrzehnten bei vergleichsweise moderatem Wachstum in den Industrieländern. Die untenstehende Grafik zeigt, dass das reale BIP-Wachstum (Wachstum nach Abzug der Inflation) in China und Indien nach wie vor sehr hoch ist, aber in China inzwischen leicht zurückgeht. Währenddessen befindet sich Lateinamerika aktuell nach Jahren hohen Wachstums in einer Delle.

 

BIP-Wachstumsraten

 

BIPWachstum

Datenquelle: IWF

 

Die Arbeitsteilung zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern führte zwar zu einem Aufholen der Schwellenländer gegenüber den Industrieländern in Bezug auf ihren Wohlstand, sozusagen zu einer Abnahme des „Nord-Süd-Gefälles“ (Wohlstandsunterschied zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern). Innerhalb der einzelnen Industrieländer hat der Wohlstandsunterschied jedoch zugenommen, da relativ gut bezahlte weniger qualifizierte Arbeitsplätze in der Industrie in die Schwellenländer abgewandert sind. Durch die Globalisierung befinden sich auch die Arbeitskräfte in vielen Branchen indirekt in einem gobalen Wettbewerb.

 

4. Was bedeuten Globalisierung und Schwellenländer für einen mitteleuropäischen Anleger?

Für Anleger hat die Gobalisierung zunächst viele Vorteile:

  • Möglichkeit der gobalen Diversifikation/ Risikostreuung
  • Sehr großes „Anlageuniversum“  (sehr große Auwahl an Anlagemöglichkeiten)
  • Anlagemöglichkeiten in Branchen, die in Europa nicht oder kaum existieren

Allerdings führt die Globalisierung auch dazu, dass…

  • die Welt für Anleger viel komplexer geworden ist
  • man als Anleger die Weltkonjunktur verfolgen sollte (selbst wenn man nur in DAX-Unternehmen investiert)
  • man bei den vielen Anlagemöglichkeiten oft den „Wald vor lauter Bäumen nicht sieht“

Anlagewissen.com möchte Ihnen dabei helfen,…

  • den Überblick über die Weltkonjunktur und die Weltfinanzmärkte zu behalten (durch regelmäßige Berichte und Kommentare)
  • die für Sie wesentlichen Entwicklungen auszuwählen und zu gewichten
  • und dies für Sie mit überschaubarem Zeitaufwand