Bestandsaufnahme – der erste Schritt Ihrer Vermögensplanung

1.Das Dilemma des Anlegers, 2.Erfolgsfaktoren, 3.Anlegertypen, 4.Bestandsaufnahme5.Beispiele für die Vermögensplanung, 6.Vermögensrechner,  7.Risiko und Rendite , 8.Anlagestrategie, 9.Musterdepots, 10.Umsetzung, 11.Börse, 12.Depotüberwachung

 

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermögensplanung ist Ihre Analyse Ihrer eigenen finanziellen Situation.

Diese besteht aus zwei Teilen:

  1. Der Errechnung des zur Anlage zur Verfügung stehenden Vermögens
  2. Der Schätzung der zukünftigen laufenden Ersparnisse, soweit sie nicht anderweitig verplant sind

Wenn Sie diese Daten berechnen bzw. schätzen, können Sie sie in den Vermögensrechner eingeben und Hochrechnungen für Ihre zukünftige finanzielle Situation durchführen. Am besten schauen Sie sich den Vermögensrechner kurz an, bevor Sie auf dieser Seite fortfahren.

 

 

1.Vermögen

 

Nettovermögen gesamt

=Nettovermögen
+Bankkonten
+Wertpapierdepots inkl. Investmentfonds
+Bausparverträge
+ Lebensversicherungen (zum Rückkaufwert)
+Immobilien
-Immobilienkredite
-andere Kredite

 

Nach diesem Gesamtüberblick ist es aber wichtig, den wirklich liquiden Teil des Nettovermögens zu ermitteln:

Liquides Netto-Geldvermögen

= zur Anlage zur Verfügung stehendes Vermögen (für den Vermögensrechner)
+Bankkonten
+Wertpapierdepots inkl. Investmentfonds
- Immobilienkredite
-andere Kredite
=liquides Netto-Geldvermögen
- für andere Zwecke reserviertes Geld

 

Falls Sie als liquides Netto-Geldvermögen eine negative Zahl ermittelt haben sollten, liegt es nahe, Ihr liquides Geldvermögen und Ihre laufende Ersparnis zunächst zur Tilgung Ihrer Kredite einzusetzen. Eine signifikante Aktienanlage kommt in diesem Fall wohl nicht in Betracht. Lediglich in Fällen, in denen Sie eine sehr moderate Kreditbelastung auf leicht veräußerbare Mietobjekte haben sollten und ansonsten keine Schulden, könnten Sie über eine Aktienlage nachdenken.

 

 

2. Laufende Ersparnis

Die laufende Ersparnis in der aktiven Zeit ist meist der wichtigste Baustein der Vermögensplanung. Planen Sie diese Zahlen besonders sorgfältig.

 

2.1. Laufende Ersparnis aktuell

=Laufende Ersparnis pro Jahr aktuell (für den Vermögensrechner)
+Einnahmen nach Steuern (Gehalt, ggf. Renten, Mieteinnahmen, Zinserträge etc.) pro Jahr
-Ausgaben (Lebenshaltung inkl. Wohnungsmiete und Nebenkosten, Anschaffungen, Versicherungen, Instandhaltungskosten für Immobilien, Unterhaltsverpflichtungen, Kreditraten) pro Jahr

 

2.2. Längerfristige Entwicklung der laufenden Ersparnis

Nun überlegen Sie, wie sich folgende, planbare Entwicklungen auf Ihre Finanzlage auswirken:

  • Ihr Gehalt und Ihre Ausgaben erhöhen sich beispielsweise mit einer Inflationsrate von 2% pro Jahr
  • Ihr Gehalt erhöht sich ab einem gewissen Zeitpunkt um einen Betrag x pro Jahr
  • Ihre Ausgaben erhöhen sich ab einem gewissen Zeitpunkt um einen Betrag x pro Jahr (beispielsweise Ausbildung der Kinder)
  • Sie tätigen eine in der obigen Rechnung noch nicht eingeplante Anschaffung (Auto, Haus, etc.)

Passen Sie die Zahl „Laufende Ersparnis pro Jahr“ entsprechend an und kalkulieren Sie einen Sicherheitspuffer ein.

 

2.3. Einnahmen und Ausgaben im Rentenalter

Im Rentenalter verändern sich vor allem die Einnahmen erheblich. Insgesamt kann sich auch eine Lücke ergeben, die Sie durch Entsparen (Entnahme von Ersparnissen) decken möchten. In den Vermögensrechner geben Sie dann bei der laufenden Ersparnis eine negative Zahl ein (mit Minuszeichen davor):

Laufende Ersparnis im Ruhestand

= Laufende Ersparnis oder Lücke pro Jahr (für den Vermögensrechner)
+Einnahmen nach Steuern (gesetzliche Rente, Betriebsrenten, Riester/Rürup, Mieteinnahmen, Zinserträge etc.) pro Jahr
-Ausgaben (Lebenshaltung inkl. Wohnungsmiete und Nebenkosten, Anschaffungen, Versicherungen, Instandhaltungskosten für Immobilien, Unterhaltsverpflichtungen, Kreditraten) pro Jahr. (Beachten Sie, dass die Preise für die Ausgaben deutlich höher sein werden, falls Ihr Rentenalter viele Jahre in der Zukunft liegt)

 

2.4. Persönliche Risiken

Risiken der Geldanlage werden im Vermögensrechner separat über die Eingabe „Aktienkursrückgang“ berücksichtigt.

Persönliche Risiken können Sie einbeziehen, indem Sie anstatt der Ersparniszahlen, die Sie normalerweise erwarten, andere, vermutlich dann negative Schätzungen für Ihre laufende Ersparnis eingeben. Sie können so verschiedende Szenarien rechnen: Ein Normalszenario ohne persönliche Risiken, eines mit entsprechenden Risiken wie hier im Beispiel.

Beispiel:

Sie wollen ermitteln, wie sich eine Phase der Arbeitslosigkeit in den letzten 10 Jahren vor Rentenbeginn auf Ihre Finanzen auswirkt. Statt einer jährlichen Ersparnis von € 20.000 pro Jahr ergibt sich bei Arbeitslosigkeit nach Ihrer Schätzung € -10.000 pro Jahr (unter Berücksichtigung der dann auch niedrigeren Steuerbelastung). Diesen Wert geben Sie in den Vermögensrechner ein, um alternativ zum „normalen“ Szenario diesen Fall durchzuspielen.

Nun überlegen Sie, wie sich folgende Ereignisse auf Ihre finanzielle Situation auswirken würden (unter Berücksichtigung Ihres entsprechenden Versicherungsschutzes):

  • Krankheit, Unfall, Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität
  • Arbeitslosigkeit, Scheidung, Tod eines Ehepartners
  • Feuer, Leitungswasser, Elementarschaden (bei Gebäuden)
  • Haftpflicht (Auto, privat)