Glossar S-Z

S&P 500/ Standard& Poor´s 500 Aktienindex der 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA
Sachanlagen Bilanzposition, die den Bestand an Immobilien, Maschinen und Anlagen beinhaltet
Sampling Näherungsweise Abbildung eines Aktienindex in einem Indexfonds (meist ETF); dadurch werden gegenüber der vollständigen Replikation Transaktionskosten gespart
Security Analysis Berühmtes Buch von Benjamin Graham über Wertpapieranalyse und Value Investing
Segmentberichterstattung Tabellarische Übersicht über die Geschäftsentwicklung eines Segmentes (Geschäftsbereiches) einer Aktiengesellschaft in einem Geschäftsbericht
Senior unsecured bond Erstrangige unbesicherte Anleihe; Anleihe, die einerseits nicht nachrangig, andererseits aber auch nicht besichert ist; falls besicherte Anleihen (beispielsweise Pfandbriefe) von demselben Schuldner ausgegeben wurden, handelt es sich bei „senior unsecured“ de facto um eine nachrangige Anleihe
SICAV/ Société d`investissement á capital variable luxemburgische Variante der Fonds-Rechtsform der Investmentgesellschaft mit veränderlichem Kapital; diese Rechtsform ist in Luxemburg sehr häufig und in Deutschland kaum bekannt; wird in Luxemburg auch häufig für UCITS verwendet; der Fondsanteilinhaber ist hier formal Aktionär mit Mitgliedschaftsrechten (Stimmrecht etc.), die aber in der Praxis kaum genutzt werden.
Sicherheitsmarge/ Margin of Safety Prozentsatz der Unterbewertung einer Aktie im Vergleich zum (rechnerischen) fairen Wert; Value-Investoren versuchen, Aktien mit einer derartigen Unterbewertung zu erwerben; Die Unterbewertung dient als Risikopuffer
Small Caps Börsennotierte Unternehmen mit einer mittelgroßen Börsenkapitalisierung/ Marktkapitalisierung
Smart Beta Bei Smart Beta wird aus einer Anlagestrategie (z.B. Aktien des DAX mit hoher Dividende) ein neuer Index gebaut. Da man diesen Index dann „smart“ findet, weil er sich idealerweise besser als der DAX entwickelt, nennt man den ETF, der diesen „Strategieindex“ abbildet, demnach Smart Beta ETF. (siehe auch Strategien mit Aktien)
Sondervermögen Rechtsform von Fonds, wobei der Fonds in diesem Fall ein rechtlich unselbständiges Sondervermögen der Kapitalverwaltungsgesellschaft ist, das aber streng getrennt von deren eigenem Vermögen gehalten wird
Sonstige betriebliche Aufwendungen Aufwendungen eines Unternehmens, die weder und Personal- noch unter Materialaufwand fallen, aber betrieblich sind
Soziale Marktwirtschaft Wirtschaftspolitik, die die Balance zwischen Marktwirtschaft auf der einen Seite und sozialer Absicherung auf der anderen Seite anstrebt
Speculative Grade Die Rating-Kategorien von Anleihen, die unterhalb von BBB und damit unterhalb von Investment grade liegen
Ständige Fazilitäten Geldpolitisches Instrument der EZB; den Banken steht dabei im Gegensatz zu den normalen Offenmarktgeschäften in unbegrenztem Umfang Liquidität zur Verfügung; die Zinsen liegen jedoch deutlich über denen für die normalen  Offenmarktgeschäfte
Steuerlich transparenter Fonds Ein Fonds, der in Deutschland den Berichtspflichten der Steuerbehörden nachkommt (steuerlich intransparente Fonds werden von den deutschen Finanzbehörden einer Strafbesteuerung unterworfen)
Stoxx Indexanbieter, der beispielsweise den Stoxx 600 mit den 600 größten europäischen börsennotierten Unternehmen berechnet
Substanzorientiertes Value Investing Im Gegensatz zum qualitätsorientierten Value Investing wählen diese Investoren oft Aktien mit niedrigem Preis/Buchwert-Verhältnis aus (deutlich unter 1) und achten weniger auf nachhaltige Wettbewerbsvorteile oder andere Qualitätskriterien
Swap Termingeschäft, bei dem der Austausch von Zahlungsströmen für einen oder mehrere Termine in der Zukunft vereinbart wird

T.E.R./ Total Expense Ratio Die Summe aller laufenden Gebühren und Kosten eines Fonds in % des Fondsvermögens
Technische Analyse Analysemethode, bei der entweder historische Kursverläufe (Chartanalyse) oder andere markttechnische Faktoren wie beispielsweise Börsenumsätze oder Leerverkäufe analysiert werden
Technologie-Blase Eine von Euphorie begleiteter Kursanstieg an den Aktienmärkten in den Jahren 1998-2000, in Deutschland auch bekannt im Zusammenhang mit dem Neuen Markt
Terminmarkt Ein Markt, an dem Geschäfte abgeschlossen werden, die erst an einem Termin abgewickelt werden, der Monate oder Jahre in der Zukunft liegt (Gegenteil: Kassamarkt)
The Intelligent Investor Berühmtes Buch von Benjamin Graham über Value Investing; er wird auch „Vater des Value Investing“ genannt
Thesaurierende Fonds Fonds, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern einbehalten und innerhalb des Fonds wieder anlegen; sie kommen damit der Wertentwicklung zugute
Top Down Anlagestil, der zuerst eine Vorauswahl von Sektoren, Ländern oder Themen trifft, bevor innerhalb dieser Schwerpunkte einzelne Aktien/ Unternehmen analysiert werden
Treppenstrategie Anleihestrategie, bei der Anleihen verschiedener Restlaufzeiten so im Depot erworben werden, dass aus Zins und Tilgung der Anleihen insgesamt ein regelmäßiger oder zumindest zeitlich gestaffelter Liquiditätszufluss erzeugt wird

UCITS-Fonds/ Undertaking for collective investment in transferable securities OGAW-Fonds Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapieren; Fonds, die besonders strengen EU-weit einheitlichen aufsichtsrechtlichen Vorschriften unterliegen in Bezug auf erwerbbare Wertpapiere, Risikostreuung und Rückgabemöglichkeiten. Gängigster Fondstyp in der EU.
Unternehmensanleihen/ Corporate Bonds Anleihen von Unternehmen (gemeint sind meist Nichtbanken)
Upstream Der vordere Teil der Wertschöpfungskette (in der Ölbranche die Ölförderung); im Gegensatz zu Downstream (Raffinerien und Tankstellen)

Value Investing Investieren nach dem Value-Ansatz
Value-Ansatz Beim Value-Ansatz versucht der Anleger, Aktien zu einem Kurs zu erwerben, der weit unter dem „inneren Wert“ des Unternehmens liegt. Diesen inneren Wert ermitteln Value-Investoren anhand von Bewertungskennzahlen. Den Abstand zwischen Kaufkurs und innerem Wert nennen Value-Investoren auch „Margin of Safety“ (Sicherheitsmarge). Value Investoren sind sozusagen „Schnäppchenjäger“, die die Aktien billig erwerben wollen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten (Schulden) eines Unternehmens, die im Wesentlichen aus bereits erhaltenen, aber noch nicht bezahlten Rechnungen entstanden sind (beispielsweise gegenüber Lieferanten)
Verkaufsprospekt Umfangreiche Publikation einer Kapitalverwaltungsgesellschaft, in der ein Fonds und dessen Bedingungen im Detail beschrieben sind (aufsichtsrechtlich vorgeschrieben)
Vermögensrechte Die wirtschaftlichen Rechte des Aktionärs (vor allem das Recht auf Dividende und auf den Liquidationserlös)
Verwahrstelle Bank, bei der die Vermögenswerte eines Fonds verwahrt werden; die Verwahrstelle hat noch eine Reihe von anderen Pflichten
Verwahrstellenvergütung Die Gebühr, die die Verwahrstelle von dem Fonds für ihre Tätigkeit erhält (meist ein prozentualer Anteil am Fondsvermögen pro Jahr)
Verwaltungsvergütung Die Gebühr, die die Kapitalverwaltungsgesellschaft von dem Fonds für ihre Tätigkeit erhält (meist ein prozentualer Anteil am Fondsvermögen pro Jahr)
Volatilität Kennzahl für die Schwankungsbreite von Aktien oder anderen börsengehandelten Anlagen
Volkswirtschaftliche Ersparnis Der Teil des Volkseinkommens, der nicht für Konsum aufgewendet wird; wenn die volkswirtschaftliche Ersparnis die volkswirtschaftlichen Investitionen übersteigt, ergibt sich ein Leistungsbilanzüberschuss (und umgekehrt)
Vorräte Bilanzposition, in der die Vorräte eines Unternehmens ausgewiesen werden (Rohstoffe, Halbfabrikate etc.)
Vorstand Organ einer Aktiengesellschaft, das die Geschäfte führt

Währungsrisiko Risiko, mit Anlagen in fremder Währung wechselkursbedingte Verluste zu erleiden
Walter Schloss Einer der erfolgreichsten Value-Investoren; er praktizierte das substanzorientierte Value Investing; aus der „Schule“ von Benjamin Graham
Wandelanleihen Unternehmensanleihen, die wahlweise vom Anleger in die Aktie des Unternehmens (meist des Anleiheschuldners) gewandelt werden können oder auch nicht
Wechselkursregime Politisch vorgegebener Rahmen für den Wechselkurs der Währung eines Landes gegenüber einer oder mehreren anderen Währungen
Wechselkursschocks Bedeutende kurzfristige Wechselkursveränderung, die im Hinblick auf ihre volkswirtschaftlichen Auswirkungen untersucht wird
Wertpapierleihe Verleihen von Wertpapieren gegen ein Entgelt; Der Entleiher nutzt diese Wertpapiere meist für Leerverkäufe, durch die er Kursrückgänge ausnutzen will; nach Rückkauf (Eindeckung) der Wertpapiere werden sie dem Verleiher zurückgegeben
Wirtschaftsliberalismus Wirtschaftspolitik, bei der der Staat praktisch gar nicht (oder nur ordnend) in die Entwicklung der Marktwirtschaft eingreift
Witwen- und Waisenpapiere (Umgangssprache) Wertpapiere, die als so sicher eingeschätzt werden, dass sie sich für die treuhänderische Anlage von Vermögen eignen
Working Capital Nettoumlaufvermögen vereinfacht: Kundenforderungen + Vorräte – Lieferantenverbindlichkeiten

Zeit-Diversifikation Risikominderung durch langfristiges Festhalten an einer Anlage, so dass sich kurzfristige Wertschwankungen auf das langfristige Ergebnis weniger auswirken
Zertifikate Anleihen von Banken, die von ihrer Wertentwicklung häufig an die Entwicklung von Aktien oder Aktienmärkten gekoppelt sind
Zinsänderungsrisiko Das Risiko, mit einer Anleihe im Fall eines Zinsanstiegs Verluste zu erleiden
Zinscoupon Zinssatz einer Anleihe; historisch der Zinscoupon, der zur Zinszahlung von der ausgedruckten Anleihe abgetrennt wurde
Zinsdifferenzen Zinsunterschiede zwischen verschiedenen Währungen
Zinsstrukturkurve Kurve, durch die die Marktrenditen von Anleihen verschiedener Restlaufzeiten graphisch dargestellt werden