Rendite

 

1. Eckdaten einer Anleihe

Wenn eine Anleihe neu ausgegeben wird, werden der Zinscoupon (Zinssatz) und das Endfälligkeitsdatum (= Datum der Rückzahlung) festgelegt. Aus dem Zeitabstand von Ausgabedatum und Endfälligkeitsdatum errechnet sich die Laufzeit.

Beispiel:

Die Bundesrepublik Deutschland gibt am 30.6.2015 eine Anleihe aus, die in Nennwerte von je € 1000 gestückelt ist. Sie verkauft diese Anleihe jeweils zu € 1000. Die Rückzahlung nach 10 Jahren (z.B. 30.6.2025) erfolgt auch zu € 1000. Der Zinssatz beträgt 5%. Das bedeutet, dass der Inhaber der Anleihe jedes Jahr 5% * € 1000 = € 50 erhält.

Die Anleihe hat also einen Zinscoupon von 5% und eine Laufzeit von 10 Jahren.

Sobald der Ausgabetag vorbei ist, muss sich der Anleger, der diese Anleihe an der Börse kaufen will, folgende Punkte zusätzlich ansehen:

  • Die Restlaufzeit (Zeitabstand zwischen aktuellem Datum und Endfälligkeit)
  • Den Börsenkurs
  • Die Rendite (= der Effektivzins der Anleihe unter Berücksichtigung des aktuellen Börsenkurses)

 

2. Renditeberechnung

Die obengenannte Anleihe notiert am 30.6.2017 (die Restlaufzeit beträgt also nur noch 8 Jahre bis zum 30.6.2025) an der Börse zu einem Börsenkurs von 84% (vom Nennwert).

Die vereinfachte Berechnung der Rendite:

Rendite = Zinscoupon + (Rückzahlungsbetrag – aktueller Kurs)/ Restlaufzeit in Jahren = 5% + (100%-84%)/8 Jahre = 5% + 2% = 7%.

Vereinfacht ausgedrückt wird der Kursgewinn bis zur Endfälligkeit (100%-84%=16%) auf die Restlaufzeit in Jahren verteilt und zum Zinscoupon hinzugezählt.

Wenn also am 30.6.2017 eine neue Bundesanleihe zu 6% mit einer Laufzeit von 8 Jahren zum Emissionskurs von 100% ausgegeben wird, wäre die obengenannte „gebrauchte“ Anleihe für den Anleger attraktiver. Sie hat zwar nur einen Zinscoupon von 5%, aber eine Rendite von 7%.

Die Rendite der neuen Anleihe wäre dagegen 6%+(100%-100%)/8= 6%.

Die hier gezeigte Renditeberechnung ist nicht ganz genau, aber wesentlich einfacher und verständlicher als die wirklich korrekte. Die genaue Rendite können Sie mit einem geeigneten Taschenrechner oder in Excel berechnen.

Den besten Überblick über die Marktrenditen erhalten Sie durch die Zinsstrukturkurve. Der Einfluss von Renditeschwankungen auf den Anleihekurs wird unter Zinsänderungsrisiko behandelt.