Glossar M-R

Maintenance Capex/ Erhaltungsinvestitionen Das Volumen an Investitionen, das erforderlich ist, um den Geschäftsbetrieb im aktuellen Umfang auf Dauer aufrechtzuerhalten (einschließlich verschleißbedingter Ersatz der aktuellen Maschinen und Anlagen)
Major Wechselkurs zwischen zwei Währungen, von denen eine der US-Dollar ist (Begriff im Devisenhandel)
Marge Prozentsatz des Gewinns am Umsatz (wird für verschiedene Gewinngrößen errechnet)
Margin of Safety/ Sicherheitsmarge Prozentsatz der Unterbewertung einer Aktie im Vergleich zum (rechnerischen) fairen Wert; Value-Investoren versuchen, Aktien mit einer derartigen Unterbewertung zu erwerben; Die Unterbewertung dient als Risikopuffer
Marktkapitalisierung/Börsenkapitalisierung Der am Börsenkurs gemessene Unternehmenswert (Kurs x umlaufende Aktien)
Marktrendite Die Rendite von Anleihen, die am Anleihemarkt bezahlt wird
Materialaufwand Aufwendungen eines Unternehmens für Material (Rohstoffe, Halbfabrikate und Hilfsstoffe)
Meldeschwellen Prozentuale Anteile eines Aktionärs an den Stimmrechten einer Aktiengesellschaft, ab denen er eine Stimmrechtsmeldung (gegenüber Aufsichtsbehörde und Öffentlichkeit) abgeben muss (3%,5% etc.)
Midcaps Börsennotierte Unternehmen mit einer mittelgroßen Börsenkapitalisierung/ Marktkapitalisierung
Minimum Variance-Ansatz Aktienstrategie, bei der in Aktien mit niedriger (historischer) Kursschwankungsbreite investiert wird; die Aktien werden für den Fonds so ausgewählt, dass durch die Diversifikationseffekte zwischen den Aktien die Schwankungsbreite noch zusätzlich reduziert wird; es werden daher Aktien mit niedriger Volatilität und gleichzeitig mit niedriger Korrelation zueinander ausgewählt
Mitgliedschaftsrechte Die Rechte eines Aktionärs, die ihm die Mitwirkung in der Aktiengesellschaft ermöglichen (Stimmrecht, Rederecht in der Hauptversammlung etc.)
Momentum-Ansatz Aktienstrategie, bei der vorzugsweise in Aktien mit hohem Gewinnwachstum oder mit hohem historischem Kursanstieg investiert wird
MSCI Die Firma MSCI berechnet den bekanntesten Weltaktienindex MSCI Welt und viele Länder- und Sektorindizes (auch für Schwellenländer)
MSCI AWI Index MSCI All Country World Index enthält ca. 2500 Aktien aus 23 Industrieländern und 23 Schwellenländern
MSCI Welt Index MSCI World Index enthält ca. 1600 Aktien aus 23 Industrieländern

Nachhaltiger Wettbewerbsvorteil Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz, der langfristig von Bestand ist. Der Grund kann ein Patent sein, eine starke Marke oder eine dominierende Marktposition in einem Markt, in dem es für potentielle Konkurrenten zu unattraktiv ist, aktiv zu werden.
Nachrangige Bankanleihen Anleihen von Banken, auf die im Fall der teilweisen Zahlungsunfähigkeit der Bank nur dann Zins bzw. Tilgung gezahlt werden, wenn auf alle nicht nachrangigen Schulden Zins bzw. Tilgung bezahlt wurde
Nettofinanzverschuldung Finanzschulden (Kredite und Anleihen) abzüglich Liquide Mittel
Nettoumlaufvermögen vereinfacht: Kundenforderungen + Vorräte – Lieferantenverbindlichkeiten
Nominalwert/Nennwert Meist identisch mit dem Rückzahlungsbetrag einer Anleihe; Zinssätze und Kurse von Anleihen werden in % vom Nominalwert angegeben
Normalszenario Szenario ohne Berücksichtigung besonderer Risiken

Offenmarktgeschäfte Durch Offenmarktgeschäfte leiht die EZB den Geschäftsbanken kurzfristig Geld. Sie sind für die Banken freiwillig. Die Offenmarktgeschäfte zählen zu den geldpolitischen Instrumenten der EZB und anderer Notenbanken.
Öffentliche Pfandbriefe Anleihen, die zu mindestens 90% durch Darlehen an die öffentliche Hand besichert sind (die restlichen 10/12% des Anleihevolumens dürfen durch andere zugelassene Vermögenswerte besichert sein)
OGAW-Fonds/ UCITS-Fonds Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapieren; Fonds, die besonders strengen EU-weit einheitlichen aufsichtsrechtlichen Vorschriften unterliegen in Bezug auf erwerbbare Wertpapiere, Risikostreuung und Rückgabemöglichkeiten. Gängigster Fondstyp in der EU.
Optimaler Währungsraum Eine Region, die sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Gegebenheiten (u.a. hohes Maß an Mobilität von Arbeit und Kapital; gemeinsame Fiskalpolitik) sehr gut als einheitliches Währungsgebiet eignet
Organe Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand sind Organe der Aktiengesellschaft
Out of favour In Ungnade gefallen; unbeliebt; Aktien, die am Markt „out of favour“ und daher meist billig zu haben sind, sind beliebte Anlagen für Value Investoren, die längerfristig auf Ihre Kurserholung setzen, vorausgesetzt, sie werden von den Value-Investoren in der Analyse positiv beurteilt
Output Gap/ Produktionslücke Abweichung des Bruttoinlandsprodukts vom Produktionspotential; drückt die Unter- oder Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten aus
Owner Earnings Ein von US-Investor Warren Buffet geprägter Ausdruck für Free Cash Flow

Passives Management Aktienstrategie, die darin besteht, einen Index abzubilden (Gegenteil: Aktives Management)
Peg Wechselkursregime, bei dem ein Land seine Währung einseitig an die Währung eines anderen bindet; dabei wird meist ein Wechselkurs definiert mit einer Schwankungsbreite
Pensionsrückstellungen Rückstellungen eines Unternehmens für die Pensionen von Mitarbeitern (zugesagt über die Direktzusage); muss in der Bilanz ausgewiesen werden
Performanceabhängige Vergütung Gebühr in einem Fonds, die von der Wertentwicklung der Fondsanteile abhängt
Personalaufwand Aufwendungen eines Unternehmens für Löhne, Gehälter und Sozialleistungen
Pfandbriefe Anleihen, die nach dem Pfandbriefgesetz durch Hypothekendarlehen oder Darlehen an die öffentliche Hand besichert sind. Im Gegensatz zu früher müssen die die Emittenten nicht mehr spezialisierte Hypothekenbanken sein, sondern können normale Banken sein
Preissetzungsmacht/ Pricing Power Die Fähigkeit eines Unternehmens, Verkaufspreise der eigenen  Produkte in einem gewissen Rahmen selbst zu bestimmen und auch zu erzielen; Grund dafür ist meist ein (nachhaltiger) Wettbewerbsvorteil
Price-Earnings-Ratio/ Kurs-Gewinn-Verhältnis Kurs/Gewinn je Aktie wichtige Kennzahl zur Bewertung von Aktien

Qualitätsorientiertes Value Investing Eine Variante des Value Investing, bei der auf die Qualität der Unternehmen geachtet wird (zu den Kriterien zählen: Nachhaltige Wettbewerbsvorteile, hohe Kapitalrentabilität, fähiges Management)
Quantitative Aktienstrategien Eine Gruppe von Aktienstrategien, bei der die Auswahl der Aktien nach Kennzahlen oder mit mathematischen Methoden erfolgt

Rating Von einer Rating-Agentur vergenommene systematische Einstufung eines Schuldners in Bezug auf seine Kreditwürdigkeit/ sein Kreditrisiko
Rating Migration Die Veränderung des Ratings eines Schuldners; besonders bedeutend für den Anleger ist die Rating Migration, die während der Laufzeit einer Anleihe stattfindet
Re-Balancing Anpassung der Struktur in einem Wertpapierdepot/ Wertpapierportfolio,  beispielsweise um nach unterschiedlicher Wertentwicklung der einzelnen Wertpapiere die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen
Recovery rate Der Prozentsatz, den die Inhaber einer Anleihe nach dem Ausfall des Schuldners von ihrer Anleihe noch zurückerhalten (beispielsweise als Konkursdividende)
Regulierung Beaufsichtigung einer Branche durch eine Aufsichtsbehörde
Rendite Entweder: Effektiver Zins einer Anleihe auf der Basis des aktuellen Kurses; Oder: Wertentwicklung einer Geldanlage
Replikation Abbildung eines Index durch einen Indexfonds (meist ETF)
Restlaufzeit Die vom aktuellen Datum noch verbleibende Laufzeit einer Anleihe
Rex/ Deutscher Rentenindex Index für Bundesanleihen der Deutsche Börse AG
Risikoarme Anlagen Anlagen mit niedrigem Risiko, beispielsweise Bankguthaben, die durch die Einlagensicherung gesichert sind (ganz risikolos ist keine Geldanlage)
Risikoszenario Szenario, dass unter der Annahme gewisser Risiken  gerechnet wird
Rückversicherer Versicherungsunternehmen, das die Risiken von (Erst-) Versicherern absichert, wenn diese die Risiken nicht im eigenen Bestand behalten möchten