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Hauptversammlung

 

 

Die einmal pro Geschäftsjahr stattfindende ordentliche Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft hat typischerweise folgende Tagesordnungspunkte:

  1. Bericht des Vorstands über die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens mit Ausblick für die Zukunft (ohne Beschluss)
  2. Beschluss über die Ausschüttung einer Dividende (soweit ausreichend Gewinn erzielt wurde)
  3. Entlastung des Vorstands für das abgelaufene Geschäftsjahr
  4. Entlastung des Aufsichtsrats für das abgelaufene Geschäftsjahr
  5. Beschluss über die Bestellung eines Wirtschaftsprüfers zur Prüfung des Jahresabschlusses der Aktiengesellschaft (u.a. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung)
  6. Wahl des Aufsichtsrates der Aktiengesellschaft (Dieser bestellt später den Vorstand.)
  7. Beschluss über „genehmigtes Kapital“, d.h. dem Vorstand wird für einen Zeitraum von mehreren Jahren ein Betrag für eine Kapitalerhöhung genehmigt, die er dann ohne weitere Rücksprache mit der Hauptversammlung nutzen kann. Bei einer Kapitalerhöhung zahlen entweder die bisherigen Aktionäre der Gesellschaft oder neue Aktionäre Geld in die Gesellschaft ein und erhalten dafür neue Aktien.
  8. Beschluss über Aktienrückkäufe

Wenn eine Dividende beschlossen wurde, steht sie i.d.R. den Aktionären zu, die am Tag der Hauptversammlung Besitzer der Aktien sind. Am Tag nach der Hauptversammlung notiert die Aktie an der Börse „ex Dividende“. Wer sie dann kauft, erhält die Dividende nicht. Entsprechend fällt der Kurs an diesem Tag meistens in etwa um den Betrag der Dividende.

 

Hauptversammlung042016

 

Bei der Hauptversammlung ist der gesamte Vorstand und der gesamte Aufsichtsrat der Gesellschaft anwesend. Zusätzlich noch ein Notar, der den ordnungsgemäßen Ablauf der Hauptversammlung überwacht und dokumentiert und bei Bedarf auch interveniert. Geleitet (und moderiert) wird die Hauptversammlung vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates.

Die Aktionäre haben bei den Beschlüssen der Hauptversammlung ein Stimmrecht (meist eine Stimme je Aktie). Die meisten Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Stimmen gefällt. Bei wenigen sehr wichtigen Beschlüssen (z.B. die Liquidation der Gesellschaft) ist eine Dreiviertelmehrheit erforderlich.

Wenn ein Aktionär mehr als 3% der Aktien einer börsennotierten Aktiengesellschaft erworben hat und damit auch über mehr als 3% der Stimmrechte verfügt, muss er dies der Gesellschaft und dem Aufsichtsamt (BAFin) melden. Die Gesellschaft ist dann verpflichtet, dies zu veröffentlichen. Wenn der Aktionär noch weitere „Meldeschwellen“ überschreitet (5, 10, 15, 20, 25, 30, 50, 75%) überschreitet, muss er entsprechende Meldungen durchführen. Nach Überschreiten der 30%-Schwelle muss er ein Übernahmeangebot an alle übrigen Aktionäre der Gesellschaft unterbreiten. Der Kurs dieses Übernahmeangebots richtet sich nach klar im Gesetz festgelegten Regeln.

Zusätzlich hat der Aktionär in der Hauptversammlung ein Rede- und Fragerecht. Er kann sich zu jedem Tagesordnungspunkt zu Wort melden. Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat sind verpflichtet, die Fragen zu beantworten.

Wer außerhalb der Hauptversammlung Fragen oder Informationsbedarf hat, kann die Investor-Relations-Stelle der Gesellschaft anrufen. Auf der Homepage der Aktiengesellschaften finden sich auch unter „Investor Relations“ oder „Investoren“ oder einem ähnlichen Begriff Geschäftsberichte, Pressemitteilungen und meist auch viele andere interessante Informationen über die jeweilige Gesellschaft.