Anlagestrategie

1.Das Dilemma des Anlegers, 2.Erfolgsfaktoren, 3.Anlegertypen, 4.Bestandsaufnahme5.Beispiele für die Vermögensplanung, 6.Vermögensrechner,  7.Risiko und Rendite , 8.Anlagestrategie, 9.Musterdepots, 10.Umsetzung, 11.Börse, 12.Depotüberwachung

 

 

Amschel Mayer Rothschild, Bankier

 

Mit Hilfe der bisherigen Seiten des Kapitels Vermögensplanung haben Sie die Vorarbeit für Ihre Anlagestrategie geleistet. So konnten Sie herausfinden, …

  • … wieviel Geld bei Ihnen zur Anlage bereitsteht, sowohl aktuell als auch aus Ihren laufenden Ersparnissen
  • … wieviel Sie davon in Aktien, also risikoreichere Anlagen investieren möchten

Nun stellt sich die Frage nach Ihrer Anlagestrategie. Diese besteht aus folgenden Punkten:

  1. Stukturierung Ihrer Anlagen in Aktien
  2. Strukturierung des risikoarmen Teils Ihres Geldvermögens

 

 

1. Strukturierung Ihrer Anlagen in Aktien

1.1. Diversifikation nach Ländern und Regionen (inkl. Währungen)

Ziel der Aktienanlage sollte sein, mit möglichst wenig Risiko eine langfristig attraktive Wertentwicklung zu erzielen. Daher empfiehlt sich eine breite Diversifikation. Die breiteste gut erhältliche Diversifikation bekommt man, wenn man in einen weltweit investierenden Aktienfonds oder in eine Kombination von mehreren Aktienfonds investiert, die zusammen eine weltweite Aktienanlage ergeben.

Zunächst werden Sie vielleicht fragen, ob es nicht sicherer ist, in Europa oder in der Eurozone zu bleiben, um das Währungsrisiko zu vermeiden. Das Thema Währungsrisiko bei Aktien ist unter Risiko und Rendite erläutert. Insgesamt lohnt sich trotz des Währungsrisikos eine weltweite Diversifikation.

 

Wertentwicklung und Risiko verschiedener Aktienmärkte (1996-2015)

 

Riskreturn042016

EM=Emerging Markets (Schwellenländer), Eur.Aktien= Europäische Aktien, Dt. Aktien=Deutsche Aktien

Datenquelle: Deutsche Börse, Stoxx, MSCI

 

In der Grafik ist klar zur erkennen, dass…

  • die Rendite, aber insbesondere auch das Risiko (gemessen an der Volatilität, also der Schwankungsbreite) von Bundesanleihen, deutlich unter der von Aktien lag
  • Eine Mischung von Europäischen Aktien und US-Aktien das Risiko deutlich reduziert gegenüber einer reinen Anlage nur in europäische Aktien oder US-Aktien
  • eine Mischung von europäischen Aktien und US-Aktien in Bezug auf Risiko und Rendite ein besseres Ergebnis geliefert hat als eine Anlage in „Aktien Welt Industrieländer“, gemessen am MSCI Welt (in dem zugrundeliegenden Zeitraum war insbesondere die Wertentwicklung von Japan unterdurchschnittlich)

 

1.2. Diversifikation (Risikostreuung) nach Sektoren(Branchen)

Die Diversifikation/ Risikostreuung nach Sektoren ist besonders wichtig. Sie wird allerdings „mitgeliefert“, wenn Sie in die gängigen Indizes investieren. Nur wenn Sie eine dezidierte Meinung für oder gegen einen Sektor habe, lohnt sich eine gezielte Auswahl von Sektoren. Für derartige Strategien stehen auch zahlreiche ETFs auf Sektorindizes zur Verfügung.

 

1.3. Produktauswahl für die Aktienanlagen

Spätestens an dieser Stelle ist es an der Zeit, dass Sie die anderen Themen auf Anlagewissen.com kennenlernen. Folgende Seiten sind für das Verständnis der Anlagestrategie und der Musterdepots notwendig: Aktien, Strategien mit Aktien, Investmentfonds, ETFs

Grundsätzlich ist jedoch die Lektüre aller vier Themenbereiche Aktien, Anleihen, Fonds und Wirtschaft und Währung von großem Vorteil für Ihre Geldanlage.

 

Wenn Sie sich entschieden haben, in welche Märkte Sie investieren wollen, kommen Sie zur Produktauswahl. Das ideale Einstiegsprodukt für Anleger mit wenig Aktienerfahrung sind die ETFs (börsengehandelte Fonds) und davon zunächst die Indexfonds. Sie sind einfach zu kaufen und zu verkaufen, kostengünstig, breit diversifiziert (gestreut) und erfordern im Vergleich zu aktiven Investmentfonds oder einzelnen Aktien am wenigsten Fachkenntnisse. Wenn Sie sich nach und nach mehr mit der Aktienanlage befassen, kann eine Ergänzung durch Smart Beta ETFs, aktive Investmentfonds oder einzelne Aktien sinnvoll sein. Wenn Sie sich für Smart Beta ETFs (börsengehandelte Fonds, die eine Anlagestrategie verfolgen) entscheiden sollten, bekommen Sie eine gute Chance auf eine bessere Wertentwicklung als bei reinen Indexfonds bei ähnlichem Risiko (siehe auch ETFs und Strategien mit Aktien). Allerdings kann die Wertentwicklung bei Smart Beta ETFs auch unter dem Index liegen.

 

 ETF IndexfondsETF Smart Beta Fondsaktive InvestmentfondsDirektanlage Aktien
Mögliche Diversifikation (Risikostreuung)hochhochrelativ hochgering
Anlagestrategiebreit diversifizierte Aktienanlage mit Indexabbildungbreit diversifizierte Aktienanlage nach besonderem InvestmentansatzAktienanlage nach besonderem Investmentansatz durch ausgewählten Fondsmanagergezielte Anlage in selbst ausgewählte Unternehmen
Transparenzhoch hochreduziertmaximal
Zeitaufwandniedrigniedrigrelativ niedrighoch
Kenntnisse erforderlich über:Aktienanlage und -märkteAktienanlage und -märkte, InvestmentansatzAktienanlage und -märkte, Investemtansatz und FondsmanagerAktienanlage und -märkte, eigene Unternehmensanalyse
(und eigene Branchenkenntnisse)
Kosten für (Depot, Produkt und Transaktionen)niedrighochrelativ hochgering

 

2. Strukturierung des risikoarmen Teils Ihres Geldvermögens

Unter Das Dilemma des Anlegers können Sie lesen, dass als Konsequenz der Niedrigzinsphase die Anlage in Anleihen mit gutem Rating wie beispielsweise Bundesanleihen mit längerer Laufzeit aktuell mehr Risiken als Chancen bietet. Anleihen mit schlechtem Rating sind für die Anlage des risikoarmen Teils Ihres Geldvermögens ohnehin nur sehr begrenzt geeignet, da sie nicht risikoarm sind und teilweise auch weniger liquide. Daher ist es derzeit am einfachsten, wenn Sie den risikoarmen Teil Ihres Vermögens auf dem Bankkonto belassen (ggf. in Tagesgeld oder Termingeld). Ihre Bank sollte allerdings auch gerade deswegen eine sehr solide Adresse sein, da Sie ihr einen großen Teil Ihres Vermögens anvertrauen. Insbesondere müssen Sie auf eine ausreichende Einlagensicherung achten (siehe auch Umsetzung).