Wie sicher ist das Geld bei der Bank?

 

1.Kreditausfälle bei Banken zu erwarten

In der Krise machen sich viele Anleger Gedanken, wie sicher eigentlich ihr Geld bei der Bank ist. Die aktuelle Pandemie mit den sehr restriktiven Maßnahmen des „social distancing“ könnte viele Unternehmen, auch vor allem im Mittelstand, in die Insolvenz treiben. Dies würde das deutsche Bankensystem auf breiter Front erwischen, insbesondere auch die Sparkassen und Volksbanken, die relativ gut durch die Finanzkrise 2008/9 gekommen waren.

 

2. Bankeinlagen

Für die Einlagen bei deutschen Banken gilt zunächst der Basisschutz der gesetzlichen Einlagensicherung von € 100.000 je Kunde. Dieser Betrag gilt für jede Bankverbindung des Kunden. Wenn ein Kunde also je ein Konto bei Bank A, B und C hat, kann er jeweils € 100.000 dort im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung anlegen. Allerdings bedeutet „gesetzliche Einlagensicherung“ nicht, dass der Staat haftet. Es handelt sich vielmehr um einen gesetzlichen Mindestrahmen für die Einlagensicherung, die aber von den Sicherungssystemen der drei Institutsgruppen (private Banken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen) dargestellt wird. Alle drei Sicherungssysteme sehen jeweils freiwillig wesentlich höhere Beträge vor.

Seit 2002 hat die Aufsichtsbehörde BaFin in 13 Fällen Moratorien über einzelne deutsche Banken verhängt, d.h. dass die Sparer ihr Geld bei der betreffenden Bank nicht mehr regulär und jederzeit abheben konnten. In dieser Zeit wird versucht, die Abwicklung der Bank abzuwenden. Wenn dies nicht gelingt, kommt es zum Entschädigungsfall. Die Moratorien betrafen meist deutsche Tochtergesellschaften ausländischer Banken. In den meisten dieser Fälle kam es danach zum Entschädigungsfall, d.h. die Sparer haben nach einigen Wochen im Rahmen der Einlagensicherung ihre Einlagen erstattet bekommen.

 

3. Wertpapierdepots

Wertpapierdepots von Kunden gehören nicht zum Vermögen der depotführenden Banken und werden von diesen nur verwaltet. Formaljuristisch besteht daher bei Wertpapierdepots kein Insolvenzrisiko; die Bank muss die Wertpapiere jederzeit auf Wunsch des Kunden herausgeben.

Faktisch sind jedoch Probleme möglich, da die Bank die Wertpapiere verleihen oder verpfänden kann oder einfach aufgrund der Insolvenz der Geschäftsbetrieb zusammengebrochen sein kann. Dann würde die Herausgabe der Wertpapiere nicht ohne weiteres funktionieren.

Falls die Bank sich vor und während der Insolvenz korrekt verhalten hat, sollte es also allenfalls zu Verzögerungen bei der Herausgabe der Wertpapiere kommen. Falls aufgrund von pflichtwidrigem Verhalten die Bank die Wertpapiere nicht herausgeben kann, erstattet die Entschädigungseinrichtung jedoch nur bis zu € 20.000.

 

4. Schließfach

Im Insolvenzfall ordnet die Aufsicht die Schließung der Bankgebäude an. Mieter von Schließfächern müssen dann mit der Bank einen Termin vereinbaren, um den Inhalt des Schließfachs entnehmen zu können.

 

5. Zertifikate, Anleihen

Zertifikate, Aktienanleihen und andere Anleihen sind nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt. Dies gilt auch für Pfandbriefe, die aber besonders durch ihre Deckungsmasse besichert sind. Lesen Sie auch 250 Jahre Pfandbrief

 

5. Fazit

Trotz der Einlagensicherung und der Tatsache, dass Wertpapierdepots nicht von der Insolvenz der Bank betroffen sind, ist es also immer ratsam, eine seriöse und finanziell solide Bank zu wählen.

 

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Quelle:

Mark Fehr, Schutzschirm mit Schwächen, FAZ vom 15.3.2020

 

29.03.2020|Tags: , , |

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