Meinungsbild zur Altersvorsorge und Altersarmut

1. Risiko der Altersarmut nimmt zu

Der Vorsorgereport der Deutschen Bank zeigt eindeutig, dass die meisten Deutschen das zunehmende Risiko der Altersarmut erkannt haben. Befragt wurden 3.200 Personen im Alter von 20-65 Jahren. 70% der Befragten glauben, dass die gesetzliche Rente für sie nur eine Grundsicherung leisten wird. 51% haben selbst Angst vor Altersarmut. Dies gilt für 59% der Frauen und für 44% der Männer. 71% sind der Meinung, dass man seinen Lebensstandard im Alter nur mit privater Altersvorsorge wird halten können. Nur 22% sind überzeugt davon, im Alter keine finanziellen Sorgen zu haben, 39% erwarten, mit ihrem Geld auszukommen, wenn sie sparsam sind; währenddessen befürchten 39%, dass das Geld im Alter nicht ausreichen wird. Statistiken zeigen, dass die Altersarmut aktuell noch nicht so häufig ist. Derzeit beziehen nur 3% der Senioren Grundsicherung, allerdings mit ständig steigender Tendenz; der Anteil soll bis 2030 auf über 5% zunehmen.

 

2. Notwendigkeit der privaten Vorsorge erkannt

Nur 15% der Befragten sind der Meinung, dass man sich bei der Altersvorsorge auf den Staat verlassen kann und sich daher darum nicht kümmern muss. Diese Ansicht ist erstaunlicherweise bei der Gruppe der 20-34-jährigen stärker verbreitet, die vermutlich eine geringere Rente zu erwarten haben, als bei den Älteren. Der im Alter benötigte Betrag für den Lebensunterhalt pro Monat wird im Mittel (Median) mit € 1.500 angegeben. Dabei geben 40% der Befragten an, nicht zu wissen, wieviel Geld ihnen im Ruhestand zur Verfügung steht. Im Mittel (Median) sparen die Befragten € 50 monatlich für die private Altersvorsorge an. Der erforderliche Spar-Beitrag wird auf € 200 im Median geschätzt, so dass sich eine durchschnittliche Lücke von € 150 monatlich ergibt.

 

3. Hürden bei der Umsetzung

Nur 10% der Befragten sind sicher, dass ihre bisherigen Altersvorsorgeaktivitäten ausreichen; weitere 29% vermuten dies. 58% halten die eigene Altersvorsorge nicht für ausreichend. Allerdings sind nur 33% der Befragten dazu bereit, sich für eine sichere Altersvorsorge in ihrem Konsumverhalten einzuschränken. Auch gilt das Thema Altersvorsorge eher als „Spaßbremse“. So beschäftigen sich 37% nur damit, wenn es unbedingt nötig ist. 35% schieben es sogar bewusst vor sich her. 56% sind der Meinung, dass Altersvorsorgeprodukte oft zu kompliziert sind und zu unverständlich. Interessanterweise sind 41% dafür, dass eine private Altersvorsorge Pflicht wird.

 

4. Fazit

Die Deutsche Bundesbank hat kürzlich in einer Studie eindrucksvoll hochgerechnet, wie die demographischen Veränderungen die gesetzliche Rentenversicherung belasten werden. Die Umfrage der Deutschen Bank zeigt, dass auch das Bewusstsein in der Bevölkerung dafür zunimmt, dass die private Altersvorsorge für die meisten Bürger unverzichtbar wird. Allerdings sind die bisherigen Produkte für die staatlich geförderte Altersvorsorge immer noch unbefriedigend. Hohe Kosten, teure Garantien und unnötige Komplexität sind die größten Probleme. Nur allmählich erkennen die Politiker den Handlungsbedarf und suchen nach Lösungen. Die sinnvollste Lösung für eine staatlich geförderte private Altersvorsorge wurde von der CFA Society Germany erarbeitet:

Altersvorsorge – eine Reform ist dringend notwendig

 

Zusätzlich zur staatlich geförderten Altersvorsorge ist natürlich die private Vermögensanlage wichtig. Einen Einstieg in den Aufbau eines eigenen Depots finden Sie unter:

Vermögensplanung

 

Die erwähnte Bundesbank-Studie beschreibt die Herausforderungen der gesetzlichen Rentenversicherung eindrucksvoll:

Rente mit 69?

 

Den Vorsorgereport der Deutschen Bank, aus dem die Umfragewerte stammen, finden sie unter:

Deutschland im Alter – der Deutsche Bank Vorsorgereport

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