Frauen sind erfolgreich in der Aktienanlage

Bekanntermaßen investiert ein wesentlich geringerer Anteil der Frauen als der Männer in Aktien. Allerdings wäre es sicher von Vorteil, wenn sich mehr Frauen für die Aktienanlage interessieren würden.

Eine Studie von Professor Terry Odean an der University of California hat über 7 Jahre ergeben, dass alleinstehende Frauen eine um 2,3% pro Jahr bessere Wertentwicklung in ihrem Depot hatten als alleinstehende Männer. Dabei haben die Männer das Depot um 45% öfter umgeschichtet als die Frauen.

Häufigere Umschichtungen, zu denen Männer eher tendieren, verursachen nicht nur zusätzliche Transaktionskosten, sondern sind häufig auch mit Fehlentscheidungen verbunden, da es vor allem kurzfristig sehr schwierig ist, den besten Zeitpunkt für Kauf und Verkauf zu finden. Eine US-Studie von Brad M. Barber und Terrance Odean, an der 66.000 Haushalte beteiligt waren, hat ergeben, dass in dem Zeitraum die Haushalte, die weniger umgeschichtet haben, eine um 5 Prozentpunkt bessere Wertentwicklung hatten als die anderen.

Frauen tendieren in den USA bei Pensionsprodukten eher dazu, vom Anbieter vorgeschlagene breit diversifizierte Portfolios zu übernehmen, während Männer eher einzelne „heiße Tipps“ umsetzen. Für die Vorbereitung der Anlagestrategie nehmen sich Frauen mehr Zeit und behalten die einmal eingeschlagene Strategie länger bei. Dies hat sich aus Analysen der US-Investmentgesellschaft Vanguard ergeben.  Männer tendieren eher dazu, ihre Fähigkeiten bei der Geldanlage zu überschätzen, während Frauen eher bereit dazu sind, andere Meinungen einzuholen.

Wenn sich aus den diversen Studien überhaupt Nachteile für Frauen ergeben haben, dann sind es folgende:

– Frauen befassen sich insgesamt zuwenig mit der Geldanlage

– wenn Frauen sich mit ihrer Geldanlage befassen, dann investieren sie tendenziell zu vorsichtig und einen zu geringen Teil ihres Depots in Aktien.

Diese beiden Punkte führen dazu, dass Frauen potentielle Erträge für ihre Altersvorsorge nicht nutzen.

 

Fazit

Insgesamt sprechen diese Erkenntnisse dafür, auch unter AktienanlegerInnen eine Frauenquote einzuführen. Da dies aber schwer umsetzbar sein dürfte, geht es wohl darum, für Frauen den Weg zu einer sinnvollen Geldanlage zu erleichtern. Ein wichtiges Hindernis auf diesem Weg ist, dass Frauen tendenziell ungern über Geld sprechen. Die schweizerische Journalistin Patrizia Laeri hat ermittelt, dass 61% der Frauen lieber über den eigenen Tod reden als über Geld. Gleichzeitig weist sie zurecht darauf hin, dass Frauen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, altersarm zu sterben, sicher auch aufgrund der größeren Defizite bei der Altersvorsorge als bei Männern.

Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom, also auch zur Geldanlage. Dass Frauen einen eigenen Weg zur Geldanlage bevorzugen, ist die Annahme der Bloggerin Natascha Wegelin. Mit ihrem Blog MADAME MONEYPENNY will sie Frauen den Umgang mit Geld und den Zugang zur Geldanlage erleichtern.

Der Blog von Madame Moneypenny

 

Quellen:

Investorplace.com; Why women are better investors than men

Fidelity; Who’s the Better Investor: Men or Women?

Retirement starts today; Why are women better at investing?

Patrizia Laeri

 

Kommentar verfassen