Erschwinglichkeit von Immobilien

1. Preisanstieg für Eigenheimkäufer

Die Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien sind seit 2005 in 396  von 401 deutschen Regionen angestiegen. In Deutschland sind im Durchschnitt für € 264.000 – das ist das 5,6fache des durchschnittlichen Jahresnettohaushaltseinkommens – 111 Quadratmeter Wohnfläche erhältlich. In den Städten muss man dafür im Schnitt 7,8 Jahresnettohaushaltseinkommen aufwenden und in den Landkreisen 4,5.

Eigenheimkäufer zahlen im Durchschnitt für ihr Eigenheim (oder Eigentumswohnung) € 264.000. Davon bringen sie € 50.000 Eigenkapital auf und nehmen die restlichen 81% Kredit auf. Insofern werden die aktuell niedrigen Zinsen weitgehend genutzt.

 

2. Preise in den Metropolen sehr hoch

In den Metropolen (außer München) erhält man für € 264.000 nur noch 58-77 qm Wohnfläche, in den billigsten Landkreisen weit über ca. 250 Quadratmeter oder noch mehr. Natürlich sind auch die Einkommen in den Metropolen meist höher als auf dem Land. Dennoch ist Wohnraum dort im Verhätnis zum Einkommen weit weniger erschwinglich:

 

Erschwinglichkeit des Immobilienkaufs in den Metropolen

Wie viele Jahreseinkommen kostet ein 111qm großes Eigenheim?

Immobilienerwerb ist in den Metropolen teuer

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Die Speckgürtel als Ausweg

Abgesehen von München sind die Speckgürtel der Metropolen noch deutlich günstiger. Zudem wären nach Umfragen 78% der befragten Mieter bereit, bis zu 30km zur Arbeit zu pendeln. Daher ist aktuell ein „Überschwappen“ der Immobiliennachfrage in die Speckgürtel zu beobachten. (Siehe auch: Die neue Stadtflucht)

Erschwinglichkeit des Immobilienkaufs in den Speckgürteln

Wie viele Jahreseinkommen kostet ein 111qm großes Eigenheim?

Speckgürtel sind nur teilweise günstiger

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Wo ist die „Welt noch in Ordnung“?

Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass die Metropolen gute Jobs bieten und teuer sind, viele in die Speckgürtel abwandern und in die Metropolen pendeln und der Rest des Landes strukturschwach und billig ist abgesehen von ein paar Feriengebieten. Anders ausgedrückt kann der Eindruck entstehen, dass Immobilien nur noch in entlegenen und strukurschwachen Gebieten erschwinglich sind.

Diese Verallgemeinerung greift allerdings zu kurz! In gewissen ländlichen Gebieten (siehe nachfolgendes Diagramm), vor allem in Süddeutschland, sind erfolgreiche Unternehmen ansässig, die Arbeitslosenquoten mit unter 4% extrem niedrig und die Immobilien trotzdem erschwinglich. Die Kombination von Eigenheim und kurzem Weg zu attraktiven Jobs ist hier noch möglich. Daher ist es auch nicht erstaunlich, dass der Anteil der überschuldeten Haushalte dort im bundesweiten Vergleich sehr niedrig ist (laut Creditreform-Schuldneratlas).

 

Erschwinglichkeit des Immobilienkaufs in wirtschaftsstarken ländlichen Gebieten

Wie viele Jahreseinkommen kostet ein 111qm großes Eigenheim?

 

Manche wirtschaftsstarke Gegenden sind erschwinglich

 

 

5. Fazit

Der Immobilienmarkt hat sich in den letzten Jahren zunehmend polarisiert. Die Metropolen sind sehr teuer geworden, die Preise in den Speckgürteln ziehen durch das „Überschwappen“ aus den Metropolen auch an. Allerdings sind nach wie vor wirtschaftsstarke Gegenden mit einem sehr gutem Arbeitsmarkt zu finden, in denen Eigenheime erschwinglich sind.

 

Quelle:

Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland“ April 2019

 

Lesen Sie auch:

Die neue Stadtflucht

Demographische Entwicklung in Deutschland – Konsequenzen für Wirtschaft und Immobilienmarkt

 

29.04.2019|Tags: , , |

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