Lou Simpson – eine Investorenlegende

1. Der „dritte Mann“ bei Berkshire Hathaway

Lou Simpson gehört zu den weniger bekannten, aber dennoch sehr erfolgreichen Investoren der Welt. Während Warren Buffet und sein Partner Charlie Munger, die beiden Chefs von Berkshire Hathaway, weltweit bekannt sind, ist Lou Simpson in den Medien weniger präsent. Lou Simpson war von 1979 bis 2010 verantwortlich für das Portfolio von GEICO, einer Versicherungsgesellschaft, die zur Gruppe von Berkshire Hathaway gehört.

Im Gegensatz zu Warren Buffet und Charlie Munger, die für Berkshire auch viele nicht börsennotierte Unternehmen oft auch komplett erworben haben, konzentrierte sich Lou Simpson auf börsennotierte Unternehmen, verwaltet also ein Aktienportfolio. Daher ist er für Privatanleger eigentlich noch interessanter als seine berühmten Chefs. Er erzielte in seiner Zeit bei GEICO (1979-2010) eine durchschnittliche Rendite von 20,3% pro Jahr, während der S&P-500-Aktienindex in diesem Zeitraum 13,5% Rendite pro Jahr brachte.

 

2. Die Investmentphilosophie von Lou Simpson

Lou Simpson hat typischerweise ein Portfolio von ca. 15 Aktien.  Er meint, dass es zu schwierig ist, mehr Unternehmen gleichzeitig gut zu kennen. Von seinem Aktienportfolio tauscht er nur 1-2 pro Jahr aus. Er liest jeden Tag 5-8 Stunden, was er gemeinsam hat mit Warren Buffet. Anlegern, die nicht die Zeit und/ oder die Fähigkeit haben, wie er erfolgreich ein aktives Aktienportfolio zu verwalten, empfiehlt er, in kostengünstige Indexprodukte zu investieren.

Einige Zitate von Lou Simpson:

„Investiere in Value-Aktien (niedrig bewertete Aktien oder „billige Aktien“). Investiere in das, was die Anderen nicht kennen und was du durch eigene Recherche und unabhängiges Denken entdeckt hast.“

„In vielerlei Hinsicht ist der Aktienmarkt wie das Wetter; wenn dir die aktuellen Bedingungen nicht gefallen, musst du nicht mehr tun, als ein Weilchen zu warten.“

„Sogar die weltbeste Firma ist kein gutes Investment, wenn der Preis zu hoch ist.“

„Ich denke, dass es sehr wichtig ist, auf seine Fehler zu schauen und herauszufinden, warum man sie gemacht hat.“

„Gieße die Blumen und schneide das Unkraut ab.“ Das bedeutet, dass er die gut laufenden Aktien behält und die schlecht laufenden verkauft. Er meinte, dass seine größten Fehler beim Investieren darin bestanden, gute Unternehmen zu früh verkauft zu haben.

 

3. Lou Simpsons Auswahlkritierien für Aktien

Lou Simpson legte bei der Auswahl der Unternehmen großen Wert auf folgende Aspekte:

  • Das Management soll einen hohen Anteil am Unternehmen halten (Dies gewährleistet ein großes Interesse an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens und nicht nur an einem hohen Gehalt)
  • Das Management soll immer ehrlich zu den Aktionären sein
  • Das Management soll das Unternehmen im Sinn der Aktionäre führen, aber auch die anderen „Stakeholder“ wie Arbeitnehmer, Kunden, Lieferanten und Umwelt gut behandeln
  • Das Unternehmen soll eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital erzielen, aber gemessen am Cash Flow. Ihm kommt es also darauf an, wie viel Geld das jeweilige Unternehmen auf seine Investitionen erzielt hat.

 

4. Fazit

  • Investoren wie Lou Simpson zeigen, dass erfolgreiches aktives Aktienportfoliomanagement möglich ist
  • Seine Auswahlkriterien beinhalten sowohl vielfach vernachlässigte Tugenden wie Ehrlichkeit des Managements gegenüber Aktionären als auch Elemente, die heute als „nachhaltig“ bezeichnet werden
  • Allerdings erfordert sein Anlagestil trotz der einfachen Umsetzung (nur 15 Aktien) sehr viel Zeit, Wissen und Erfahrung
  • Besonders betont er die Bedeutung der eigenen Recherche und des unabhänigen Denkens
  • Investoren, die aus Mangel an Zeit und/ oder Fähigkeiten seinen Anlagestil nicht praktizieren können, empfiehlt er Indexfonds

 

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Quellen:

https://insight.kellogg.northwestern.edu/article/investment-great-lou-simpson-explains-portfolio-strategy

https://aktien-mag.de/berkshires-drittes-mastermind-lou-simpson/p-23595

 

 

 

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