Kapitalmärkte – Rückblick auf 2018 und Ausblick

1. Rückblick

1.1. Kapitalmärkte 2018

Der Zinsanstieg in den USA führte in den Monaten Februar und März zu einem kleineren Einbruch der Aktienmärkte. Danach kam es jedoch zu eine kräftigen Erholung. Angeführt wurde die Aufwärtsbewegen am US-Aktienmarkt nach wie vor durch die Technologie-Schwergewichte Alphabet (Google), Amazon, Apple und Facebook, obwohl Facebook bedingt durch den Datenschutzskandal eine vorübergehende Schwächephase hinnnehmen musste. Die europäischen Aktienmärkte liefen per Saldo seitwärts, während die Schwellenländeraktien nach zwei sehr guten Jahren Verluste zeigten.

Im Herbst kam es dann zu einem weiteren Einbruch an den Aktienmärkten, der sich bis zum Jahresende verstärkte. Die Verlangsamung der Weltkonjunktur, die ich bereits in meinem Artikel Konjunktur – Frühindikatoren deuten auf eine Abschwächung hin im Juni 2018 prognostiziert hatte, wurde an den Märkten Konsens; dies bedeutet, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer dies erwartet. Zum Jahresende hin tauchten am Markt zunehmend  Prognosen einer Rezession auf.

 

Wertentwicklung der Kapitalmärkte in %

Einbruch an den Aktienmärkten in 2018

 

 

 

 

 

 

 

Der Kursrückgang am US-Aktienmarkt war jedoch wesentlich geringer als in Europa und in den Schwellenländern. Zudem stieg der US-$-Kurs an, so dass die Wertentwicklung von US-Aktien für Euro-Anleger bei Null lag. In Europa belastete auch die anhaltend schwache Konjunktur in Italien und der BREXIT. DIe Schwellenländer litten darunter, dass der Zinsanstieg in den USA Anleger dazu bewog, Kapital wieder aus den Schwellenländern abzuziehen und in wieder attraktiver verzinsliche US-Anleihen  zu investieren.

Der deutsche Anleihenmarkt war wieder einmal im Rahmen des Einbruchs an den Kapitalmärkten Ziel einer „Flucht in die Qualität“ und zeigte eine positive Wertentwicklung. Der Goldpreis profitierte ebenfalls von den Marktturbulenzen und erholte sich zum Jahresende.

 

1.2. Musterdepots

Nach einer leicht positiven Wertentwicklung im 1.Halbjahr war die Wertentwicklung der beiden Musterdepots vor allem gegen Jahresende deutlich im Verlust. Die Rückgänge der Musterdepots lagen bei -6,6% und -7,7%. Aktien aus Europa und aus den Schwellenländern zeigten Rückgänge von 12,0% und 12,3%.  Die stabile Entwicklung des US-Aktienmarktes in € (-1,1%) dämpfte dabei den Rückgang beider Musterdepots.

Durch die Erholung an den Aktienmärkten im Januar 2019 wurden die Verluste aus 2018 jedoch inzwischen wieder aufgeholt.

 

Wertentwicklung der Musterdepots in %

Wertentwicklung der Musterdepots negativ

2.Kapitalmarktausblick

2.1.Zinsen

Die US-Notenbank hat bisher ihre eingeschlagene Strategie der Zinsanhebung weiter fortgesetzt. Tendenziell zinserhöhend wirkt inzwischen auch das Anleihenkaufprogramm. Den in den letzten Jahren aufgebauten Anleihebestand lässt man nun auslaufen; dies bedeutet, das die Rückzahlungen fälliger Anleihen nicht wieder angelegt werden, so dass dem Markt dadurch Geld entzogen wird. Die letzte Zinserhöhung im Dezember wurde trotz massiver Kritik des US-Präsidenten Trump durchgeführt. Im Januar hat der Fed-Präsident Powell allerdings durchblicken lassen, dass er die für 2019 geplanten Zinserhöhungen vielleicht doch gar nicht durchführen möchte und sogar bei Bedarf einen Teil der Zins- und Tilgungseinnahmen aus den Anleihen des Anleihekaufprogramms wieder in Anleihen investieren könnte, um dem Markt nicht zu viel Geld zu entziehen. Insofern hat die Fed wohl auf die Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung reagiert.

Die EZB beschränkt sich seit Anfang 2019 darauf, das Geld aus fällig werdenden Anleihen wieder zu investieren und keine zusätzlichen Käufe mehr zu tätigen. Eine Zinserhöhung wird frühestens gegen Ende 2019 erwartet.

Die Zinsentwicklung an den Anleihemärkten in den USA und in der Eurozone dürfte in 2019 angesichts der schwächeren Konjunktur und der ziemlich unveränderten Notenbankzinsen eher seitwärts verlaufen. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus für Anleihen ist ein Zinsanstieg immer noch etwas wahrscheinlicher als ein weiterer Zinsrückgang. Für Anleger heißt dies: Bei Anleihen sind weiterhin eher Kursverluste zu erwarten und auf den Bankkonten bleiben die Zinsen vorerst noch gering.

 

2.2.Aktien

Nachdem gegen Jahresende einige Marktbeobachter eine Rezession prognostiziert hatten, scheint nun eher eine Beruhigung an den Aktienmärkten einzutreten. Am wahrscheinlichsten ist wohl eine globale Wachstumsverlangsamung, ohne dass es in den meisten größeren Industrie- und Schwellenländern zu einer Rezession kommt. Unsicherheit kommt allerdings nach wie vor vom Handelskonflikt der USA mit China und Europa sowie vom BREXIT. Daneben belasten die Währungskrisen in der Türkei und Venezuela. Diese Faktoren stehen einer zeitnahen Erholung an den Aktienmärkten zunächst noch im Wege.

 

3. Fazit

Nach den Kursrückgängen in den letzten Monaten hat sich das ursprünglich hohe Bewertungsniveau an den Aktienmärkten normalisiert. Daher muss mit Neuanlagen nicht mehr gewartet werden. Insgesamt zeigt sich an der oben beschriebenen Entwicklung der einzelnen Aktienmärkte in 2018 wieder der Vorteil einer breiten globalen Diversifikation der Aktienanlagen.

 

Bitte lesen Sie auch:

Konjunktur – Abschwächung wird Konsens

Der BREXIT und die Wirtschaft

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