Green Bonds – Umweltschutz durch die Geldanlage

1.Was sind Green Bonds?

Green Bonds sind Anleihen, deren Emissionserlös der Finanzierung für Projekte im Klima- und Umweltschutz verwendet wird.

In Deutschland werden Green Bonds meist von den öffentlich-rechtlichen Förderbanken ausgegeben. Dazu gehören die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und die NRW-Bank. International treten beispielsweise die EIB (Europäische Investitionsbank) und die EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) als Emittenten auf. Diese Förderbanken sind zwar staatlich, refinanzieren sich aber über Anleihen am Kapitalmarkt. Sie finanzieren jeweils diverse Projekte innerhalb ihrer Region und ihres Aufgabengebietes.

Diese Emittenten verfügen über ein gutes Rating, da sie im Besitz der öffentlichen Hand sind und die Anleihen explizit oder implizit staatlich garantiert sind. Hier als Beispiel die Ratings von Standard & Poor’s.

  • KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau: AAA
  • NRW-Bank:  AA-
  • EIB Europäische Investitionsbank: AAA
  • EBRD Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung: AAA

Zum Vergleich: Das Rating von Bundesanleihen ist ebenfalls AAA, das beste erreichbare Rating. AA- gehört auch noch zu den besten Ratings.

Weitere Informationen zum Thema Rating unter Kreditrisiko und Rating

 

2.Was wird mit Green Bonds finanziert?

Die KfW finanzierte mit den Erlösen ihrer Green Bonds im Jahre 2017 zu 86% Windenergie, zu 12% Solarenergie und zu 2% übrige Erneuerbare Energien. Die NRW-Bank finanzierte neben Windkraftanlagen die Anschaffung kommunaler Elektrobusse und die energetische Sanierung von Universitätskliniken.

Eine „benachbarte“ Art von Nachhaltigkeitsanleihen sind „Social Bonds“. Die Bayerische Landesbodenkreditanstalt und die IFB (Investitions- und Förderbank) Hamburg haben Social Bonds aufgelegt zur Finanzierung des Sozialen Wohnungsbaus.

Die Auswahlkriterien für die zu finanzierenden Projekte sind bei den Banken unterschiedlich. Um die Glaubwürdigkeit im ökologischen oder sozialen Bereich zu stärken, lassen sich die Banken von spezialisierten ökologischen Ratingagenturen prüfen bzw. zertifizieren.

 

3.Beispiele für Green Bonds

EmittentZinscouponEndfälligkeitKurs am 26.10.2018Rendite am 26.10.2018ISIN
NRW-Bank0,75%30.6.202899,71%0,79%DE000NWB0AF3
NRW-Bank0,50%13.9.202798,37%0,71%DE000NWB0AE6
KfW0,25%30.6.202599,58%0,31%XS1612940558

Kurse und Renditen zum Stichtag 26.10.2018; Die Rendite von Bundesanleihen im Laufzeitbereich von 8-10 Jahren lag an diesem Tag bei 0,7%.

 

4.Fazit

Durch die Anlage in Green Bonds können Anleger Umweltziele wie den Ausbau Erneuerbarer Energien und soziale Ziele wie den sozialen Wohnungsbau unterstützen. Die Rendite dieser Anleihen ist jedoch gering, aber vergleichbar mit der von Bundesanleihen. Ein großer Vorteil ist die gute Bonität der Schuldner, die man am Rating ablesen kann. Somit ist die Ausfallwahrscheinlichkeit bei Green Bonds der oben erwähnten Schuldner relativ gering und (annähernd) vergleichbar der von Bundesanleihen. Zu beachten ist jedoch das Zinsänderungsrisiko und das Risiko der Inflation. Zu diesen Themen können Sie sich in folgenden Kapiteln von anlagewissen.com umfangreich informieren:

Rendite  Zinsstrukturkurve  Zinsänderungsrisiko

 

30.10.2018|Tags: , , |

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