1. Große wirtschaftliche Bedeutung der Schwellenländer

Die Schwellenländer haben schon vor einigen Jahren an wirtschaftlicher Bedeutung die bisherigen Industrieländer überholt. Diese Länder befinden sich an der „Schwelle“ zum Industrieland. Auf Englisch werden sie auch Emerging Markets genannt, also aufstrebende Märkte. Die Schwellenländeraktien sind aufgrund des hohen Wachstums dieser Länder eine attraktive Beimischung eines Weltaktiendepots.

Anteil wichtiger Länder am Welt-Bruttoinlandsprodukt

Anteil der Länder am Welt-BIP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: IWF

 

2. Der MSCI Emerging Markets wird von wenigen Ländern dominiert

MSCI als der bedeutendste Anbieter für weltweite Aktienindizes berechnet schon seit Jahrzehnten nicht nur den MSCI Welt (für die Industrieländer), sondern auch den MSCI Emerging Markets (den weltweiten Schwellenländer-Aktienindex). Geographisch wird der Index inzwischen ziemlich von Asien und insbesondere China dominiert. Dabei sind aus China nur die B-Aktien, die Ausländer ohne Einschränkung kaufen dürfen, voll enthalten. Zusätzlich sind die A-Aktien, die früher nur Inländern vorbehalten waren, seit Mai 2018 zu 5% ihrer Marktkapitalisierung enthalten.

 

Länderanteile am MSCI Emerging Markets (in%)

China und Ostasien dominieren den Index

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: IWF

 

Die hohe Gewichtung von China und von Ostasien hat für Anleger folgende Bedeutung:

  1. Die Gewichtung der industriellen Branchen und der Technologie ist relativ hoch, während Rohstoffbranchen, die beispielsweise in Russland und Brasilien eine große Rolle spielen, von untergeordneter Bedeutung sind.
  2. Die wichtigsten Länder China, Korea, Taiwan und Indien dürften zur Zeit aufgrund ihrer relativ moderaten Leistungsbilanzdefizite (oder sogar Überschüsse) für eine Währungskrise wie beispielsweise andere Schwellenländer wie die Türkei oder Argentinien weniger anfällig sein.
  3. Allerdings hat sich in China schon seit mehreren Jahren China eine hohe inländische Verschuldung aufgebaut, zu der jetzt auch noch der Handelskrieg mit den USA als Risiko dazukommt
  4. Die latenten Spannungen zwischen Südkorea und Nordkorea sowie zwischen Taiwan und der Volksrepublik China haben bisher beide Länder (Südkorea und Taiwan) nicht daran gehindert, hohe Wachstumsraten zu erzielen; ob sich daran etwas ändern wird, ist schwer zu beurteilen

 

3. Fazit

Der MSCI Emerging Markets ist ein breit diversifizierter Weltindex für Schwellenländer. Er wird jedoch von China, Korea, Taiwan und Indien dominiert. Ein Vorteil davon ist sicher, dass für diese Länder anders als andere Schwellenländer wie die Türkei und Argentinien die Gefahr eine Währungskrise gering ist. Dagegen könnten sich jedoch in China die hohe inländische Verschuldung und der Handelskrieg mit den USA als Risiko herausstellen.

 

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