Die Rahmenbedingungen für die Konjunktur verschlechtern sich

Die Konjunktur läuft in großen Teilen der Welt auf vollen Touren. In den USA hat sich das Wachstum im letzten Jahr beschleunigt. In Europa befinden sich inzwischen alle Krisenländer in der Erholung. Während China und Indien eine robuste Entwicklung aufweisen. zeigen auch die meisten rohstofforientierten Schwellenländer wieder Wachstum.

Allerdings gibt es in den letzten Monaten verstärkt Anzeichen dafür, dass die Weltkonjunktur sich abschwächt. Ausgehend vom Zinsanstieg in den USA gibt es Tendenzen zu Kapitalabflüssen aus den Schwellenländern, deren Zinsen im Vergleich zu den steigenden Zinsen in den USA nun weniger attraktiv sind. Dies zeigt sich insbesondere in den Schwellenländern, die besonders vom ausländischen Kapital abhängig sind, da sie chronische Leistungsbilanzdefizite aufweisen. So musste der Internationale Währungsfonds (IWF) im Frühjahr bereits Argentinien unterstützen, dessen Währung zu stark verfallen war. Dazu kommt die Türkei, deren Wachstum sehr stark auf Pump finanziert wurde. Die Türkische Lira werte seit Jahresbeginn erheblich ab. In Brasilien ist eine Kursschwäche am Aktienmarkt zu beobachten. Sogar in China, das eigentlich weniger von Auslandskapital abhängig ist, neigt der Aktienmarkt schon länger zur Schwäche. Man ist hier besorgt wegen der hohen Verschuldung im Inland.

Zu diesen Problemen kommen noch die politischen Entwicklungen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China verschärft sich. Dies gilt zunehmend auch für das Verhältnis EU-USA. Die zunehmende Bereitschaft, die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Australien, Japan und Lateinamerika zu intensivieren, kann dies nicht kompensieren.

Die Haltung der Kapitalmärkte gegenüber der neuen italienischen Regierung hat sich zwar wieder etwas entspannt; allerdings erscheint die neue Koalition unberechenbar.

 

Frühindikatoren zeigen eine negative Tendenz

Einkaufsmanagerindizes werden aus den Umfragen unter Einkaufsmanagern von großen Unternehmen errechnet. Diese Personen sind meist sehr früh und sehr gut informiert über die aktuellen Bestellungen, die Beschäftigung, die Preisentwicklung und die Lagerbestände ihres Unternehmens. Daher sind diese Indizes gute Frühindikatoren für die Wirtschaft.

 

Einkaufsmanagerindizes

Einkaufsmanagerindex schwächt sich ab

 

Auf der Grafik ist zu erkennen, dass insbesondere in der Eurozone der Einkaufsmanagerindex schon seit Monaten nachgegeben hat. Auch in den USA ist die Tendenz eher rückläufig.

Der Philly Fed Index, ein Indikator der Federal Reserve Bank of Philadelphia über die Industrie in dieser Region gilt als einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren in den USA. Er ist im Juni besonders stark eingebrochen, insbesondere im Bereich der Auftragseingänge, die früher als die anderen Komponenten des Index (Beschäftigung, Produktion) den Konjunkturverlauf anzeigen.

 

Fazit

Die Anzeichen für eine Abschwächung der Weltkonjunktur nehmen zu. Anleger, die größere Einmalanlagen am Aktienmarkt planen, könnten demnächst günstigere Einstiegskurse vorfinden.

 

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