REITs – Immobilien im Depot

 

1. Was sind REITs?

Immobilien als Kapitalanlage sind immer mit viel Arbeit verbunden. Außerdem fällt es den meisten Anlegern schwer, bei Immobilien die nötige Risikostreuung zu erreichen. Eine sehr praktische Alternative zum direkten Kauf von Immobilien sind REITs. Ein Real Estate Investment Trust ist eine Aktiengesellschaft, die nur Immobilien hält. REITs müssen den überwiegenden Teil ihrer Erträge ausschütten und haben daher meist eine sehr hohe Dividendenrendite.

 

2. Besonderer Status der REITs

REITs haben einen besonderen steuerlichen Status:

Die Gewinne des REIT werden nicht besteuert. Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer fallen nicht an. Dies bedeutet nicht, dass REITs für den Anleger steuerfrei sind. Die Gewinne werden direkt beim Anleger in etwa so besteuert, als ob der Anleger die im REIT enthaltenen Immobilien direkt halten würde. Er zahlt also seine Einkommensteuer auf die Gewinne, die der REIT selbst erwirtschaftet.

Bedingungen für den Status als REIT:

  • Der REIT ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft
  • Der REIT muss sehr transparent berichten
  • Der Gewinn wird aus der Vermietung von Immobilien erzielt
  • Der Gewinn wird zu einem großen Teil von meist über 80% als Dividende ausgeschüttet

 

3. Bedeutung der REITs

Der REIT wurde in den 1960er Jahren in den USA eingeführt. Die Idee ist, Privatanlegern die Möglichkeit zu geben, schon mit kleinen Beträgen in Immobilien zu investieren. In den USA und in Westeuropa (Frankreich, Belgien, Großbritannien) haben REITs große Bedeutung erlangt. In Deutschland gibt es kaum REITs, auch weil REITs hier keine Wohnimmobilien erwerben dürfen.

In den USA halten börsennotierte REITs 2 Billionen  US-$ Immobilienvermögen. In den USA und Westeuropa sind die REITs meist spezialisiert auf eines oder wenige Segmente am Immobilienmarkt. So gibt es REITs für Wohnimmobilien, Büroimmobilien, Einkaufszentren, Restaurants, Hotels, Lagerhallen, Krankenhäuser, Tankstellen, Rechenzentren, Agrarland und Wald.

Die Wertentwicklung von REITs war in den USA, dem mit Abstand größten REITs-Markt, in etwa vergleichbar mit dem „normalen“ Aktienmarkt:

Wertentwicklung von US-REITs im Vergleich (5/1992-5/2017)

Wertentwicklung von US-REITs war höher als die von Aktien

 

 

 

 

 

 

 

Die Werte beziehen sich auf US-REITs, US-Aktien und US-Staatsanleihen.

Quelle: NAREIT, S&P Dow Jones, Barclays Capital

 

4. Pro und Contra REITs

Vorteile:

Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds haben REITs nicht das Problem, dass der Fonds durch Anteilsrückgaben unter Druck kommt, Immobilien zur Unzeit verkaufen zu müssen (wie in der Finanzkrise). Im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds sind REITs jederzeit handelbar. Im Vergleich zum direkten Erwerb von Immobilien sind REITs viel „pflegeleichter“ und bieten die Möglichkeit, die Immobilienanlage breit zu streuen. REITs haben meist hohe Dividendenrenditen.

Nachteile:

REITs sind wie andere Aktien Wertschwankungen unterworfen, die in den meisten Marktphasen jedoch etwas geringer waren als bei „normalen“ Aktien. In Deutschland sind REITs bisher kaum verbreitet. Es gibt nur sehr wenige, die sich meist auf Büroimmobilien konzentrieren. Die Gesetze zu REITs sind in jedem Land etwas anders. Die steuerliche Behandlung der Erträge von REITs sind für den deutschen Anleger je nach Heimatland des REITs unterschiedlich. Auch die Quellensteuersätze sind unterschiedlich. Insbesondere richtet sich die Besteuerung nach den Doppelbesteuerungsabkommen mit den jeweiligen Heimatländern der REITs.

 

Viele Informationen über REITs in den USA bietet die Internetseite NAREIT.

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