1.Wirtschaftspolitik von Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat von seinen wirtschaftspolitischen Vorhaben inzwischen einiges umgesetzt. Die Steuerreform wurde von Wirtschaft und Kapitalmärkten sehr positiv aufgenommen, da der US-Unternehmenssteuersatz zuvor sehr hoch war und drastisch reduziert wurde. Dass sich dadurch auch die Staatsverschuldung erhöht, wird ihm aktuell weniger übelgenommen.

Das Infrastruktur-Konjunkturprogramm wurde direkt nach seiner Wahl an den Börsen als Konjunkturprogramm gefeiert und ließ den US-Dollar- Wechselkurs zunächst steigen. Aus dem Infrastrukturplan wurde inzwischen ein „Plänchen“ und somit für die Märkte eher ein „non-event“. Da sich das schon relativ früh abzeichnete und auch der finanzielle Spielraum für die Steuerreform verplant wurde, gab der US-Dollar-Wechselkurs im Jahr 2017 massiv nach.

 

2. Politik der Strafzölle

Bei dem dritten wirtschaftspolitischen Vorhaben hatten viele Wirtschaftsvertreter inzwischen schon darauf gehofft, dass es nicht kommen würde. Jetzt macht Donald Trump seine Drohung doch wahr: Er hat Strafzölle auf Stahl und Aluminium beschlossen und droht mit weiteren Strafzöllen, u.a. gegenüber China und Europa.

Von den Strafzöllen auf Aluminium und Stahl sind zunächst nicht nur Kanada und Mexiko, sondern auch Europa ausgenommen. Insbesondere richten sich Trumps Maßnahmen zunächst gegen China. Führende US-Wirtschaftsvertreter haben allerdings auch dagegen protestiert. Sie befürchten die chinesischen Gegenmaßnahmen auf US-Exporte. China ist ja nicht nur ein sehr wichtiger Lieferant von Zwischenprodukten, sondern inzwischen auch ein extrem wichtiger Exportmarkt für Fertigprodukte aus den USA und Europa, beispielsweise Autos und Maschinen.

 

3. Auswirkungen auf Europa

Europa wird durch diesen Handelskrieg, falls er wirklich eskalieren sollte, mehrfach getroffen:

  • Höhere Zölle auf Exporte in die USA schmälern Absatzvolumina und Gewinnmargen
  • Chinesische oder andere asiatische Waren, die sich in den USA wegen der Zölle nicht mehr absetzen lassen, drängen umso stärker auf den europäischen Markt
  • Zusätzlich zum Handelskrieg ist die europäische Wirtschaft bereits mit der Abwertung des US-$ zum Euro um fast 15% in einem Jahr konfrontiert

Alle diese Faktoren beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Sie wirken sich auf die Absatzvolumina und insbesondere auf die Gewinnmargen negativ aus.

In vielen Bereichen ist die Unzufriedenheit der USA darüber berechtigt, dass die EU oftmals höhere Zölle erhebt als die USA und dass China viele Handelshemmnisse hat, die den Zugang zum chinesischen Markt erschweren. Dennoch kann ein Handelskrieg dazu führen, dass allen Beteiligten erheblicher Schaden zugefügt wird.

Selbst wenn es nicht zum schlimmsten Szenario kommen sollte, ist dennoch davon auszugehen, dass die Struktur der Zölle in Zukunft für Europa weniger vorteilhaft sein wird als aktuell.

 

4. Fazit für den Aktienmarkt

Ein Handelskrieg würde die europäische Wirtschaft und damit den europäischen Aktienmarkt empfindlich treffen. Eine vermutlich folgende Erhöhung der US-Zölle und/oder Senkung der EU-Zölle würde gewissermaßen zur Unzeit kommen, weil die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar ohnehin die Gewinnmargen der Unternehmen mindert.

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