Kapitalmärkte 2017 und 2018

1. Rückblick auf 2017

1.1. Kapitalmärkte in 2017

Das Jahr 2017 war für europäische Aktienanleger recht ertragreich. Nachdem sich 2016 die US-Aktien besser entwickelt hatten, waren es dieses Jahr die europäischen Aktien. Eigentlich zeigten die Aktienmärkte aller drei Regionen Europa, USA und Schwellenländer eine sehr erfreuliche Wertsteigerung. Positiv auf den europäischen Aktienmarkt wirkte sicherlich die besser als erwartet laufende Wirtschaftsentwicklung in Europa. Dazu kam eine gewisse Erleichterung aufgrund der Wahlen in Frankreich und den Niederlanden, wo Pro-EU-Kräfte die Oberhand behielten. Die an den Kapitalmärkten gehegten Hoffnungen auf ein Konjunkturprogramm von Donald Trump wurden dagegen enttäuscht. Da sich gleichzeitig die europäische Wirtschaft robuster zeigte als erwartet, kam es zu einer massiven Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Diese belastete für den Euro-Anleger die Wertentwicklung von US-Aktien und in geringerem Ausmaß die der Schwellenländeraktien, die sich insgesamt mit Abstand am besten entwickelten.

Kapitalmärkte 2016 und 2017

Wertentwicklung in %

Kapitalmarktentwicklung 2017

 

 

 

 

 

 

 

Datenquelle: Onvista

Der Goldpreisanstieg in US-$ wurde durch den schwachen Wechselkurs für Anleger aus der Eurozone zunichte gemacht. Am Anleihemarkt war die Wertentwicklung eher negativ. Andeutungen der EZB, dass die Anleihekäufe tendenziell weiter reduziert werden sollen, wirkten hier belastend.

 

1.2. Musterdepots

Die beiden Musterdepots zeigten im Jahr 2017 mit 8,6% und 11,0% eine positive Wertentwicklung, wobei sich die Beimischung der Schwellenländer im Musterdepot 2 wie im Vorjahr eindeutig auszahlte.

Wertentwicklung der Musterdepots in %

Wertentwicklung Musterdepots 2017

 

 

 

 

 

 

 

Datenquelle: Onvista

2.Kapitalmarktausblick

2.1.Zinsen

Seit dem Tiefstand der Euro-Zinsen im Sommer 2016 sind die Zinsen für Anleihen moderat angestiegen. Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen (siehe auch: Die Zinswende). In den USA wird die Notenbank voraussichtlich ihre eingeschlagene Strategie mit weiteren Zinserhöhungen fortsetzen. Sie ist bereits dabei, ihren in den letzten Jahren aufgebauten gigantischen Anleihebestand allmählich abzubauen. Die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump ist schwierig einzuschätzen. Die angekündigten Konjunkturprogramme blieben bislang weitgehend aus; allerdings wirken die steuerlichen Veränderungen stimulierend für die Konjunktur. Inzwischen kam es leider zu den ersten der angekündigten Handelsbeschränkungen, die sich zunächst vor allem gegen China richten. Nach wie vor bestehen in Bezug auf Donald Trumps´s Wirtschaftspolitik noch viele Unsicherheiten aufgrund seiner zahlreichen Vorhaben und Ankündigungen sowie seiner zuweilen sprunghaften und unberechenbaren Vorgehensweise.

Ausgehend von den US-Zinsen steigen voraussichtlich auch die Zinsen für Anleihen im Euroraum weiter. Da die EZB vorerst noch bei ihrer extrem expansiven Geldpolitik bleibt, steigen die Zinsen im Euroraum auch nur für die längeren Laufzeiten. Die massive Aufwertung des Euro in der letzten Zeit dürfte EZB-Zinserhöhungen noch weiter in die Zukunft verschieben. Für Anleger heißt dies: Bei Anleihen sind auch weiterhin eher Kursverluste zu erwarten und auf den Bankkonten bleiben die Zinsen vorerst noch gering.

 

2.2.Aktien

Für die Aktienmärkte ist das Umfeld längerfristig eigentlich weiterhin vorteilhaft. In den USA wird mit einer positiven Konjunkturentwicklung gerechnet. In Europa sollte sich die positive Konjunktur in Deutschland sowie auch die Erholung in den Euro-Krisenländern fortsetzen (siehe auch: Die Wirtschaft der Eurozone läuft endlich besser). Risiken kommen tendenziell von den BREXIT-Auswirkungen, von möglichen Handelsbeschränkungen durch Donald Trump sowie durch den Konflikt in Katalonien und durch die diversen außenpolitischen Konflikte in der Welt. Eine weitere zunehmende Belastung für den europäischen Aktienmarkt entsteht auch durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. In den Schwellenländern ist die Lage sehr unterschiedlich. Während die Rohstoffländer eher von der leichten Stabilisierung der Rohstoffpreise profitieren sollten, bestehen in China nach wie vor Unsicherheiten aufgrund der hohen inländischen Verschuldung.

Das nach dem mehrjährigen Kursanstieg erreichete Bewertungsniveau am Aktienmarkt sollte Anleger jedoch etwas vorsichtiger stimmen. Ein Anzeichen für die hohe Bewertung ist beispielsweise das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis, das sich auf dem höchsten Niveau seit der Technologieblase befindet:

 

Kurs-Gewinn-Verhältnis nach Shiller für den S&P 500 Index (Gewinne der letzten 10 Jahre)

Shiller P/E S&P 500 Index

 

 

 

 

 

 

Datenquelle: www.multpl.com

Eine weitere zunehmende Belastung für den europäischen Aktienmarkt entsteht auch durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. In den Schwellenländern ist die Lage sehr unterschiedlich. Während die Rohstoffländer eher von der leichten Stabilisierung der Rohstoffpreise profitieren sollten, bestehen in China nach wie vor Unsicherheiten aufgrund der hohen inländischen Verschuldung.

 

3. Fazit

Angesichts des hohen Bewertungsniveaus und der Euro-Aufwertung sollten Anleger die Neuanlage großer Beträge zeitlich etwas verteilen. Sparpläne sollten unverändert weitergeführt werden. Insgesamt sprechen diese Perspektiven weiterhin für eine breite globale Diversifikation der Aktienanlagen.

 

Zu den Perspektiven am Aktienmarkt und dessen Bewertung lesen Sie bitte auch: Aktienmarkt – geht der Aufschwung weiter?

30.01.2018|Tags: , , , , |

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