Kapitalmarktausblick

1. Rückblick auf Januar-September 2017

Das Jahr 2017 war für europäische Aktienanleger bisher recht ertragreich. Nachdem sich 2016 die US-Aktien besser entwickelt hatten, waren es diese Jahr die europäischen Aktien. Positiv war sicherlich die besser als erwartet laufenden Wirtschaftsentwicklung in Europa. Dazu kam eine gewisse Erleichterung aufgrund der Wahlen in Frankreich und den Niederlanden, wo Pro-EU-Kräfte die Oberhand behielten. Schwellenländeraktien zeigten eine sehr erfreuliche Wertsteigerung. Dabei setzte sich insbesondere in den Rohstoffländern die Erholung nach dem Einbruch in 2015 fort.

 

Kapitalmärkte in den ersten neun Monaten 2017 (9M 2017)

Wertentwicklung in %

Entwicklung der Kapitalmärkte 2016 und 2017

 

 

 

 

 

 

 

Datenquelle: Onvista

 

Die an den Kapitalmärkten gehegten Hoffnungen auf ein Konjunkturprogramm von Donald Trump wurden enttäuscht. Da sich zudem die europäische Wirtschaft robuster zeigte als erwartet, kam es zu einer Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro. Diese belastete für den Euro-Anleger die Wertentwicklung von US-Aktien und Schwellenländeraktien.

Am Anleihemarkt war die Wertentwicklung eher negativ. Andeutungen der EZB, dass die Anleihekäufe tendenziell weiter reduziert werden sollen, wirkten hier belastend. Der Goldpreis konnte wie im Vorjahr zulegen.

Die beiden Musterdepots zeigten in den ersten neun Monaten mit 5,2 und 6,9% eine positive Wertentwicklung, wobei sich die Beimischung der Schwellenländer im Musterdepot 2 eindeutig auszahlte.

 

Wertentwicklung der Musterdepots in %

Entwicklung der Musterdepots 2016 und 2017

 

 

 

 

 

 

 

Datenquelle: Onvista

 

2.Kapitalmarktausblick

2.1.Zinsen

Seit dem Tiefstand der Euro-Zinsen im Sommer 2016 sind die Zinsen für Anleihen moderat angestiegen. Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen (siehe auch Die Zinswende). In den USA wird die Notenbank voraussichtlich ihre eingeschlagene Strategie mit weiteren Zinserhöhungen fortsetzen. Die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump ist zunehmend schwieriger einzuschätzen. Während die avisierten Konjunkturprogramme weitgehend ausblieben, kam es bisher auch kaum zu den angekündigten Handelsbeschränkungen. Es ist allerdings zu früh, seine Wahl wirtschaftspolitisch als „non-event“ zu betrachten. Zu viele Unsicherheiten bestehen noch aufgrund seiner zahlreichen Vorhaben und Ankündigungen sowie seiner zuweilen sprunghaften und unberechenbaren Vorgehensweise.

Ausgehend von den US-Zinsen steigen voraussichtlich auch die Zinsen für Anleihen im Euroraum weiter. Da die EZB vorerst noch bei ihrer extrem expansiven Geldpolitik bleibt, steigen die Zinsen im Euroraum auch nur für die längeren Laufzeiten. Für Anleger heißt dies: Bei Anleihen sind auch weiterhin eher Kursverluste zu erwarten und auf den Bankkonten bleiben die Zinsen vorerst noch gering.

 

2.2.Aktien

Für die Aktienmärkte ist das Umfeld längerfristig eher positiv. In den USA wird mit einer positiven Konjunkturentwicklung gerechnet, selbst wenn die Konjunkturprogramme von Donald Trump ausbleiben sollten. In Europa sollte sich die positive Konjunktur in Deutschland sowie auch die Erholung in den Euro-Krisenländern fortsetzen (siehe auch Die Wirtschaft der Eurozone läuft endlich besser). Risiken kommen tendenziell von den BREXIT-Auswirkungen, von möglichen Handelsbeschränkungen durch Donald Trump sowie durch den Konflikt in Katalonien.

Eine zunehmende Belastung für den europäischen Aktienmarkt entsteht auch durch die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. In den Schwellenländern ist die Lage sehr unterschiedlich. Während die Rohstoffländer eher von der leichten Stabilisierung der Rohstoffpreise profitieren sollten, bestehen in China nach wie vor Unsicherheiten aufgrund der hohen inländischen Verschuldung.

Insgesamt sprechen diese Perspektiven weiterhin für eine breite globale Diversifikation der Aktienanlagen.

 

29.10.2017|Tags: , , , |

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