In ETFs anlegen – aber wie ?

Studie zur ETF-Anlage zeigt sehr interessante Ergebnisse

Wenn Anleger ihr Vermögen längerfristig und breit gestreut investieren möchten, sind ETFs (Exchange-Traded-Funds) grundsätzlich ein sinnvolles Instrument. Sie bieten ein Maß an Diversifikation (Risikostreuung), das mit einzelnen Aktien und auch mit aktiv verwalteten Fonds kaum darstellbar ist und zudem kostengünstig angeboten wird.

Allerdings sind neben der Auswahl der Produktart, also ETFs, andere Faktoren bei der Anlage fast noch wichtiger:

  • Die Auswahl der Märkte, in denen der Fonds investiert
  • Die Bereitschaft zum langfristigen Anlegen und auch zum Durchhalten in schwierigen Marktphasen

Vier Professoren* haben in einer Studie demonstriert, wie wichtig diese beiden Faktoren bei der Anlage sind. Sie haben in den Jahren 2005-2010 das Anlageverhalten von 7761 Kunden einer Direktbank untersucht. Deren Depots bestanden aus einer Mischung von ETFs und anderen Wertpapieren.

 

1. Keep it simple

Die Professoren haben zunächst nur die ETF-Depots der Anleger betrachtet. Dabei haben sie einen Vergleich angestellt zwischen den ETF-Depots der Anleger und einem einfachen Depot, dass nur aus ETFs auf den MSCI Welt-Aktienindex besteht. Wenn die Anleger statt der von ihnen gewählten ETFs nur in den Weltaktienindex MSCI Welt investiert hätten, wäre ihr Ertrag um 1,28% pro Jahr höher gewesen. Hätten sie zudem den ETF auf den MSCI Welt im gesamten Zeitraum durchgehalten, also zwischenzeitlich keine Verkäufe und Käufe ihrer ETFs getätigt, wäre der Ertrag noch um weitere 0,41% höher gewesen. Insgesamt wäre ihr Ertrag pro Jahr mit MSCI Welt-ETFs über den gesamten Zeitraum um 1,69% pro Jahr höher gewesen als der ihrer ETF-Depots.

Daneben haben sie festgestellt, dass der Teil der Depots, der nicht in ETFs angelegt war, eine höhere Wertentwicklung erzielt hat als die ETF-Depots. Allerdings war dennoch die gesamte Wertentwicklung der Depots immer noch niedriger als die des einfachen MSCI Welt-ETF-Depots.

 

2. In der Ruhe liegt die Kraft

Eine weitere Erkenntnis der Studie war, dass die Anleger, die ihr Depot häufiger umgeschichtet hatten, eine geringere Wertentwicklung erzielt haben als die mit wenig Umschichtungen.

 

3. Erklärung der Ergebnisse

Die Autoren der Studie erklären sich die Ergebnisse so, dass viele Anleger ETFs verwenden, um auf einzelne Länder, Sektoren oder Themen zu „setzen“ und die ETFs aufgrund ihrer hohen Marktliquidität (Handelbarkeit) zu häufigen Umschichtungen nutzen.

 

4. Fazit

ETFs sind für Privatanleger eine sinnvolle Anlageart. Mit ihnen kann man kostengünstig eine breite Risikostreuung erzielen. Noch wichtiger als die Entscheidung für ETFs ist allerdings die Auswahl der ETFs und das Anlageverhalten. Für den langfristig orientierten Anleger empfiehlt sich daher die Auswahl von wenigen breit gestreuten ETFs und möglichst wenige Umschichtungen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten: Vermögensplanung (in 12 Schritten), Anlagestrategie, Musterdepots, ETFs

 

*Die Erkenntnisse stammen aus der Studie „Abusing ETFs“, erschienen in 2016 im Review of Finance; Autoren: Utpal Bhattacharya, Hong Kong University of Science and Technology; Benjamin Loos, Universität Mannheim; Steffen Meyer, Leibniz-Universität Hannover; Andreas Hackethal, Goethe Universität Frankfurt am Main.

24.11.2016|Tags: , , |

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